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10.08.2012

13:31 Uhr

Vater foltert Tochter

US-Kinderarzt bestraft Tochter durch Waterboarding

Die CIA stand wegen der Foltermethode, die das Ertrinken simuliert, öffentlich in der Kritik. Einen US-Kinderarzt hielt das trotzdem nicht davon ab, Waterboarding an seiner eigenen Tochter anzuwenden. Er wurde verhaftet.

Der Kinderarzt und seine Frau, die bei der Folter der eigenen Tochter untätig zugesehen haben soll, wurden festgenommen. Reuters

Der Kinderarzt und seine Frau, die bei der Folter der eigenen Tochter untätig zugesehen haben soll, wurden festgenommen.

WashingtonEin Kinderarzt in den USA ist nach Medienberichten festgenommen worden, weil er seine 11-jährige Tochter als Bestrafung dem sogenannten Waterboarding unterzogen haben soll. Das ist eine Foltermethode, bei der Ertränken simuliert wird. Sie wurde in Geheimgefängnissen der US-Spionagebehörde CIA benutzt, um Terroristen zu Geständnissen zu zwingen.

Der Zeitung „The News Journal“ zufolge alarmierten Nachbarn im Juli erstmals die Behörden, nachdem das Mädchen ihnen von Misshandlungen erzählt hatte. Demnach soll der Vater die Kleine am Bein gepackt und über eine Garagenauffahrt geschleift haben. In Gesprächen mit der Polizei habe die Tochter ausgesagt, dass ihr Vater ihr Gesicht unter einen Wasserhahn gehalten habe. Dabei sei Wasser ihre Nase hochgelaufen.

Die Strafaktion, die im Zeitraum von zwei Jahren mindestens vier Mal vorgekommen sei, habe ihr Vater selbst als „Waterboarding“ bezeichnet. Der Kinderarzt und dessen Frau, die der Tortur ihres elfjährigen Mädchens untätig zugesehen haben soll, müssen sich nun wegen fahrlässiger Kindesgefährdung verantworten, wie auch der Sender CNN berichtete.

Der Arzt aus Georgetown (Bundesstaat Delaware) spezialisierte sich den Berichten zufolge auf Nahtod-Erlebnisse von Kindern und hat darüber 1991 auch ein Buch geschrieben. Danach war er mehrere Male zu Gast in Fernsehshows.

Wie es weiter hieß, erzählte die Tochter der Polizei, sie habe nie verstanden, was sie verbrochen habe, um derart bestraft zu werden. Sie habe Angst gehabt. In einem Fall habe der Vater ihr gesagt, sie könne das „Waterboarding“ fünf Minuten aushalten, ohne einen Hirnschaden zu erleiden.

Von

dpa

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