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05.07.2013

15:54 Uhr

Vatikan

Papst Johannes Paul II. wird heilig gesprochen

Gemeinsam sollen sie heilig gesprochen werden: Papst Johannes Paul II. und Papst Johannes XXIII.. Mit seinem Vorgänger Benedikt XVI. hat Papst Franziskus seine erste Enzyklika verfasst.

Papst Johannes Paul II. werden zwei Wunder zugesprochen. dpa

Papst Johannes Paul II. werden zwei Wunder zugesprochen.

RomAcht Jahre nach seinem Tod wird Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Gemeinsam mit Johannes XXIII. soll er voraussichtlich noch vor Jahresende in den Kreis der Heiligen der katholischen Kirche aufgenommen werden. Papst Franziskus unterschrieb am Freitag im Vatikan zwei entsprechende Dekrete und umging dabei übliche Regeln der Kirche.

Seine Entscheidung ist eine Demonstration seiner päpstlichen Macht. Kurz zuvor veröffentlichte Franziskus seine erste Enzyklika: Mit „Licht des Glaubens“ vollendete er das angefangene Werk von seinem Vorgänger Benedikt XVI.

Als mögliches Datum für die Heiligsprechung wurde in Vatikan-Kreisen bereits der 8. Dezember ins Spiel gebracht, dem Tag der Unbefleckten Empfängnis. In polnischen Medien war von Oktober die Rede - im Gedenken an die Wahl von Johannes Paul II. zum Papst, doch Vatikan-Vertreter sagten, das sei zu kurzfristig für die Organisation eines so großen Ereignisses.

Papst Franziskus bestätigte mit seiner Entscheidung zu Johannes Paul II. ein zweites Wunder, das für die Heiligsprechung nach kanonischem Recht notwendig ist. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte, das Wunder betreffe eine Frau in Costa Rica.

Die spanische katholische Zeitung „La Razón“ will die Frau als Floribeth Mora identifiziert haben, die an einem Gehirnaneurysma litt, bis sie am 1. Mai 2011, dem Tag der Seligsprechung Johannes Pauls II., plötzlich geheilt war. Die Zeitung hatte vor einem Monat berichtet, Mora sei am 8. April mit einem lähmenden Kopfschmerz aufgewacht.

Im Krankenhaus hätten die Ärzte ihr gesagt, sie habe noch einen Monat zu leben. Ihre Angehörigen beteten zu Johannes Paul II., dann verschwand das Aneurysma. Ihr Arzt Alejandro Vargas wurde zitiert, er könne die Heilung nicht wissenschaftlich erklären.

Für eine Heiligsprechung müssen Kandidaten in der katholischen Kirche zunächst seliggesprochen werden. Für beide Stufen ist die Anerkennung eines Wunders notwendig. Nach umfangreichen Überprüfungen liegt die endgültige Entscheidung darüber beim Papst. Johannes Paul II. war 2011 seliggesprochen worden, nachdem der Vatikan anerkannt hatte, dass er mit der Heilung einer Nonne von der Parkinson-Krankheit ein erstes Wunder vollbracht habe.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

05.07.2013, 22:33 Uhr

Papst Johannes Paul II war ein Mensch wie jeder andere auch. Ein wenig christlicher, ein wenig humaner, aber deswegen heilig? Was konnte er tun, damit die Menschheit endlich in den Weg eines Paradigmenwechsels zur Vernunft findet? Nichts!
Die Menschheit ist immer noch auf dem Stand eines homo erectus, auch wenn er mittlerweile Autos bauen oder andere aus der Art "heilig"-sprechen kann. Zur Heiligsprechung gehört schon das Tun und die Weiterentwicklung zum Positiven in der Evolution, nicht das "unabänderliche" Abnicken aller fehlerbehafteten Verhaltensweisen unseres Evolutionsstandes.

Beobachter

06.07.2013, 08:21 Uhr

Recherchieren Sie mal, wie Johannes Paul II. systematisch den Kommunismus zurückgedrängt hat, sein ganzes Leben lang. Europa sähe heute anders aus - ohne ihn.

Heiligsblechle

06.07.2013, 08:37 Uhr

Würde auch gerne geheiligt werden.
Das ist viel schöner als wenn man den Friedensnobelpreis bekommt.

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