Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.06.2012

20:36 Uhr

„Vatileaks“

Erneut geheime Dokumente aus dem Vatikan aufgetaucht

Der „Vatileaks“-Skandal ist für Benedikt XVI noch längst nicht zu Ende. Nun sind neue vertrauliche Dokumente aus dem Vatikan publik geworden, die den Verdacht nahelegen, dass die undichte Stelle nicht geschlossen wurde.

Italienische Polizisten auf dem Petersplatz: „Vatileaks“ setzt sich fort. dpa

Italienische Polizisten auf dem Petersplatz: „Vatileaks“ setzt sich fort.

Rom/MailandDer Enthüllungsskandal im Vatikan findet für Papst Benedikt XVI. kein Ende: Anderthalb Wochen nach der Festnahme des päpstlichen Kammerdieners wurden nach einem Zeitungsbericht neue vertrauliche Dokumente aus dem Vatikan publik. Die italienische Zeitung „Repubblica“ berichtete am Wochenende, ihr seien von einem anonymen Informanten drei weitere Schreiben aus dem Vatikan zugespielt worden. Das Blatt sieht darin ein weiteres Indiz für die Vermutung, dass die undichte Stelle in der Affäre noch nicht geschlossen worden sei. Der Papst feierte am Wochenende in Mailand einen Gottesdienst mit hunderttausenden Menschen.

Der Vatikan-Sprecher Federico Lombardi zeigte sich von der jüngsten Veröffentlichung wenig überrascht. „Es würde mich nicht wundern, wenn in den nächsten Tagen noch weitere Papiere auftauchen“, sagte Lombardi. Auch Benedikt sei darüber nicht erschrocken. „Der Papst ist sich absolut im Klaren über die Schwierigkeiten, die sich stellen können“, betonte der Sprecher. „Aber er ist der Fels, auf den wir uns alle stützen.“

In italienischen Medien wird seit Tagen darüber spekuliert, dass der Kammerdiener Paolo Gabriele möglicherweise Hintermänner gehabt haben könnte. Der 46-Jährige war in der vorigen Woche festgenommen worden unter dem Verdacht, vertrauliche Dokumente aus dem Vatikan gestohlen zu haben. „Selbst wenn der Kammerdiener schuldig sein sollte, ist er nur ein kleiner Fisch“, meinte „La Repubblica“.

Bei einem Gottesdienst vor Hunderttausenden von Gläubigen in Mailand würdigte der Papst die Ehe zwischen Mann und Frau als einen elementaren Bestandteil der menschlichen Gesellschaft. In einer Predigt betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag: „Das Familienleben ist die erste und unersetzliche Schule der gesellschaftlichen Tugenden.“

Egoismus und Profitdenken bedeuteten eine Gefahr für die Familie, betonte der Papst. Die Kirche stehe aber auch Geschiedenen offen. Nach Angaben des Vatikan-Sprechers nahmen an dem Gottesdienst auf dem Mailänder Flugplatz Bresso eine Million Menschen teil, darunter der italienische Ministerpräsident Mario Monti und mehrere Mitglieder der Regierung.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

herbert

03.06.2012, 19:27 Uhr

Man erkläre mir den Satz:
"betonte der Papst. Die Kirche stehe aber auch Geschiedenen offen"
Was ich kenne ist:
Geschiedene dürfen die heilige Kommunion nicht mehr empfangen.
Eine Wiederheirat ist im Sinne der Kirche undenkbar.
Im Klartext, auch unschuldig geschiedene sind ausgesperrt aus der Kirche. Es ist aber dieselbe kath. Kirche, die weiterhin von den Betroffenen Kirchensteuern eintreibt ohne auf den Status zu achten.
Nicht jeder hat Tausende von Euro wie die Dame von Monaco um ihre Ehe bei der kath. Kirche ungültig erklären zu lassen.
Es geht der Kirche um Geld und nicht um Personen, alles ist so daneben!

redfox

03.06.2012, 19:49 Uhr

heiratet ein(e) geschiedene, dann sind die Kinder aus dieser Ehe "Bastarde". Und was so ein unschuldiges Kind(er) darunter zu leiden hatte, war unmenschlich. Das war aber vor der Zeit "Loveschild". Ich habe das erleben muessen.

primus

03.06.2012, 20:00 Uhr

An der kath. Kirche wird weiter gesägt. Sie ist und bleibt ein Wirtschaftsunternehmen das genauso wie WWF, BUND und andere uns eine heile Zukunft verkaufen will.
Dazu noch einen Platz im Paradies ausserhalb der Erde.
Wirkliche Christen haben den bibeluntreuen Kirchen ohnehin den Rücken gekehrt, es sinkt deren Ansehen immer weiter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×