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04.09.2013

02:34 Uhr

Venezuela lahmgelegt

Maduro wittert Sabotage hinter Stromausfall

Ein Stromausfall führte am Dienstag zu Chaos in Caracas - in weiten Teilen Venezuelas fehlte Elektrizität. Präsident Maduro macht dafür die Opposition verantwortlich. Sein Energieminister hat eine andere Erklärung.

Präsident Maduro wittert "elektrischem Putsch"

War Stromausfall in Venezuela Sabotage?

Präsident Maduro wittert "elektrischem Putsch": War Stromausfall in Venezuela Sabotage?

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CaracasEin großflächiger Stromausfall hat am Dienstag Venezuelas Hauptstadt Caracas lahmgelegt. Der Ausfall begann Medienberichten sowie sozialen Netzwerken zufolge am frühen Nachmittag und betraf neben Caracas auch Städte in den Bundesstaaten Lara, Zulia, Anzoátegui, Miranda, Nueva Esparta, Aragua, Trujillo und Barinas.

Nutzer des Portals Twitter berichteten, dass in Caracas die U-Bahnen teilweise nicht mehr fuhren. Wegen des Stromausfalls gingen demnach auch viele Ampeln nicht mehr, was zu Verkehrschaos führte.

Energieminister Jesse Chacon sagte zwei Stunden nach Beginn des Stromausfalls, die Versorgung würde schrittweise wieder hergestellt. Es dauere allerdings Stunden, wie die Turbinen wieder die volle Leistung bringen könnten. Der Stromausfall sei durch Probleme an einer Leitung zwischen der Stadt Guayana und dem Westen des Landes ausgelöst worden. In Guayana wird ein Großteil des venezolanischen Stroms erzeugt.

Präsident Nicolas Maduro warf unterdessen der Opposition "Sabotage" vor. "Derzeit weist alles darauf hin, dass die extreme Rechte ihren Plan umgesetzt hat, einen Elektrischen Putsch gegen die Nation auszuführen", schrieb der linke Staatschef auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Hinter den Vorfällen stünden jene, die "die Nation schwächen" wollten. Laut Maduro wurden die Armeepatrouillen verstärkt, bis die Probleme behoben seien.

Auch Innenminister Miguel Rodríguez Torres hielt Sabotage für möglich. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen, dass Sabotage zu einem Stromausfall dieser Größenordnung geführt hat. Deshalb haben wir sofort Ermittlungen eingeleitet.“

Venezuelas Oppositionsführer Henrique Capriles wies die Spekulationen hingegen zurück und machte die Regierung für den Stromausfall verantwortlich. „Unser Volk leidet unter der Unfähigkeit der Regierung“, schrieb der Gouverneur des ebenfalls betroffenen Bundesstaats Miranda auf Twitter. Viel zu lange habe die Regierung versäumt, in die Stromnetze zu investieren. „Was passiert ist, sollte die Venezolaner dazu motivieren, weiter für einen Wechsel zu kämpfen.“

Der venezolanische Präsident macht immer wieder die Opposition für die Probleme des Landes verantwortlich. Zuletzt beschuldigte er seine politischen Gegner, die extrem hohe Inflation verschuldet zu haben. Außerdem stecken sie seiner Ansicht nach hinter einem Mordkomplott gegen ihn.

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