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05.08.2013

12:54 Uhr

Venice Beach

Autofahrer rast in Menschenmenge und tötet Touristin

Der mutmaßliche Amokfahrer von Venice Beach muss sich wegen Mordes verantworten. Nach Angaben der Polizei tötete der Fahrer eine 32-jährige Italienerin und verletzte elf weitere Menschen.

Die Aufnahme einer Überwachungskamera zeigt, wie Menschen vor dem Amokfahrer fliehen, der am Samstagabend in eine Menschenmenge auf der Promenade von Venice Beach fuhr. ap

Die Aufnahme einer Überwachungskamera zeigt, wie Menschen vor dem Amokfahrer fliehen, der am Samstagabend in eine Menschenmenge auf der Promenade von Venice Beach fuhr.

Los AngelesTödliches Ende einer Hochzeitsreise: An der Strandpromenade von Venice Beach in Kalifornien ist eine italienische Flitterwöchnerin getötet worden, als ein Mann offenbar absichtlich in eine Menschenmenge raste. Elf weitere Menschen wurden bei dem Vorfall am Samstagabend (Ortszeit) verletzt, ein Opfer schwebte in Lebensgefahr. Der 38-jährige Fahrer wurde festgenommen und muss sich wegen Mordes verantworten.

Nach Angaben der Polizei raste Nathan Campbell am Samstag um 18.00 Uhr Ortszeit (Sonntag, 03.00 Uhr MESZ) mit seinem Pkw in Fußgänger an der beliebten Strandpromenade von Venice Beach in Los Angeles. Nach dem Vorfall floh er zunächst, stellte sich jedoch später der Polizei im nahen Santa Monica. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurde Campbell festgenommen, seine Kaution wurde auf eine Million Dollar (etwa 750.000 Euro) festgesetzt. Er müsse sich wegen Mordes verantworten.

Die 32-jährige Italienerin, die sich während ihrer Hochzeitsreise an der Strandpromenade aufhielt, starb nach Angaben der Gerichtsmedizin an den Folgen der mutmaßlichen Amokfahrt. Demnach sollte eine Autopsie der Leiche vorgenommen werden. Von den elf Verletzten schwebte am Sonntag laut der Polizei von Los Angeles einer in Lebensgefahr. Zwei weitere Opfer wurden schwer verletzt, acht Menschen wurden wegen weniger schwerer Verletzungen behandelt.

Amokläufe in den USA seit April 2012

April 2012

Bei einem Amoklauf an einem Privatcollege im nordkalifornischen Oakland kommen sieben Menschen ums Leben. Ein 43 Jahre alter ehemaliger Schüler stellt sich der Polizei. Er sei auf eine Angestellte und frühere Mitschüler wütend gewesen, erklärt er.

Juli 2012

Während der Mitternachts-Preview eines „Batman“-Films schießt ein 24-Jähriger in einem Kino der Stadt Aurora bei Denver (Colorado) um sich und tötet zwölf Menschen. 70 werden verletzt. Der Beginn des Hauptverfahrens ist für Februar 2014 geplant, dem Schützen droht die Todesstrafe.

August 2012

Mit einer Kalaschnikow feuert ein 23 Jahre alter frustrierter Angestellter in einem Supermarkt bei New York um sich und erschießt zwei Kollegen. Danach tötet er sich selbst.

August 2012

Eine geplante Zwangsräumung in Texas führt zu einer Schießerei mit drei Toten und vier Verletzten. Ein 35-Jähriger hatte sich in seiner Wohnung verschanzt und das Feuer eröffnet, als ein Polizist ihm den Räumungsbefehl übergeben wollte.

August 2012

Ein Ex-Soldat erschießt sechs Menschen in einem Sikh-Tempel in Wisconsin. Der Täter aus der rechten Szene stirbt durch eine Polizeikugel. Möglicherweise wollte er die Terroranschläge vom 11. September 2001 rächen und hielt die Sikhs für Muslime.

Dezember 2012

Beim bis dahin schlimmsten Amoklauf an einer US-Schule kommen 27 Menschen ums Leben, darunter 20 Kinder. Der 20-jährige Schütze tötet sich nach dem Blutbad in der Grundschule in Newtown (Connecticut) selbst.

Dezember 2012

In Pennsylvania sterben bei einem Amoklauf vier Menschen, darunter der Schütze. Er erschießt in einer Kirche eine Frau, einen Mann in dessen Wohnung und später einen Autofahrer. Bei einer Verfolgungsjagd feuert er auf Polizisten, bevor er selbst tödlich getroffen wird.

April 2013

Mit einem Messer geht ein 21-Jähriger an einem College in Texas wahllos auf Mitstudenten los und verletzt 14 von ihnen. Die Polizei fasst ihn kurz nach der Tat. Nach Medienberichten hatte der Mann seit längerem Gewaltfantasien.

Juni 2013

Ein Mann schießt auf dem Campus des Santa Monica College um sich und tötet vier Menschen. Zuvor zwang der Mann eine Autofahrerin mit vorgehaltener Waffe, ihn zum Campus zu fahren. Polizisten erschießen den Mann in einer benachbarten Bücherei. Quelle: dpa

Augenzeugen berichteten von tumultartigen Szenen. „Ich habe gesehen, wie ein Auto durch die Menge Richtung Süden über die Strandpromenade fuhr und jeden in seiner Bahn niedermähte“, sagte ein Straßenhändler dem Fernsehsender NBC4. „Die Menschen schrien und rannten“, sagte Daniel Regidor der Zeitung „Los Angeles Times“. „Ich habe jemanden durch die Luft fliegen sehen, als ich zum Unfallort kam, lagen dort blutüberströmte Menschen auf dem Boden.“

Einige Augenzeugen gaben die Geschwindigkeit des Wagens mit rund 60 Meilen (97 Kilometern) pro Stunde an, andere schätzten sie niedriger ein. Venice Beach zählt zu den wichtigen Touristenattraktionen in Los Angeles. Die Strandpromenade ist für ein buntes Treiben von Künstlern und Wahrsagern bekannt, Fitnessanhänger stählen am „Muscle Beach“ unter freiem Himmel ihre Körper.

Von

afp

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