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28.01.2004

10:17 Uhr

Verbraucher müssen Vertrauen wieder gewinnen

Keul-Kommandos stehen in Asien vor Mammutaufgabe

Thailands Behörden haben eingeräumt, einen Ausbruch der Krankheit über Wochen zumindest vermutet zu haben. Jetzt stehen die von der Regierung ins Land geschickten Keul-Kommandos vor der schier unlösbaren Aufgabe, Millionen von Hühnern zu erschlagen.

Ein thailändischer Veterinär nimmt eine Kotprobe eines Kampfhahnes, um die Vogelgrippe nachzuweisen. Foto: dpa

Ein thailändischer Veterinär nimmt eine Kotprobe eines Kampfhahnes, um die Vogelgrippe nachzuweisen. Foto: dpa

HB BANGKOK/SINGAPUR. Chamnarn Boonmanut hat keinen Zweifel, wer Mitschuld trägt am Tod seines kleinen Sohnes. Man hätte sich schützen können, hätten Thailands Behörden nur schnell genug über die Vogelgrippe informiert, sagt der Geflügelzüchter unter Tränen. Kurz zuvor war sein sechs Jahre alter Junge als erster Menschen in Thailand der Tierseuche erlegen. „Er könnte noch leben.“ In der Tat räumt die Regierung ein, über Wochen einen Ausbruch der Krankheit zumindest vermutet, „aus Angst vor einer Massenpanik“ aber die Öffentlichkeit nicht unterrichtet zu haben. Denn für die mächtige Geflügelindustrie geht es um Millionen Euro - und es gibt ein Problem: Abermillionen Hühner, die Privatleute im Hinterhof halten.

„Für die Seuchenkontrolle können nicht einfach nur ein paar Großzüchter und Märkte ins Visier genommen werden“, schreibt das Wirtschaftsmagazin „Far Eastern Economic Review“. Huhn ist mit abstand das beliebteste Fleisch in Südostasien, religiöse Tabus gibt es anders als etwa bei Schwein oder Rind nicht. Überall in der Region, besonders in den weniger entwickelten Ländern, lebt Geflügel Seit an Seit und im Kontakt mit Menschen. Nach Angaben des Blattes halten alleine in Vietnam rund acht Millionen Haushalte jeweils 20 Hühner oder mehr für den privaten Verzehr und wegen der Eier - für die von den Regierungen in Lande geschickten Keul-Kommandos eine schier unlösbare Aufgabe, sind sich Kenner in der Region sicher.

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