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30.01.2014

23:05 Uhr

Vergewaltigungsfall

Junge Wienerin darf aus Dubai ausreisen

Alptraum im Wüstenstaat: Eine Wienerin wurde in Dubai erst vergewaltigt und dann selbst angeklagt. Nach zwei Monaten darf sie endlich wieder heim. Österreichs Außenminister Kurz hat die erste Feuerprobe bestanden.

Österreichs junger Außenminister Sebastian Kurz setzte sich für die Freilassung des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers ein. Die Wienerin flog am Donnerstag nach zwei Monaten in ihre Heimat zurück. Reuters

Österreichs junger Außenminister Sebastian Kurz setzte sich für die Freilassung des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers ein. Die Wienerin flog am Donnerstag nach zwei Monaten in ihre Heimat zurück.

WienZwei Monate nach ihrer mutmaßlichen Vergewaltigung in Dubai hat eine junge Wienerin in ihre Heimat zurückreisen können. Die 29-Jährige, die selbst ins Visier der Justiz geraten war und eine Haftstrafe fürchten musste, landete Donnerstagabend überraschend in Wien. Sie wurde am Flughafen von Außenminister Sebastian Kurz empfangen, bestätigte sein Ministerium.

Die Muslimin wurde nach eigener Aussage am 1. Dezember in der Tiefgarage eines Hotels in Dubai von einem Mann aus Jemen vergewaltigt und zeigte die Tat wenige Tage später an. Die Behörden begannen daraufhin, gegen die Frau wegen Verdachts auf außerehelichen Sex und Alkoholkonsum zu ermitteln. Beides ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten strafbar. Die Frau saß drei Tage in Haft und musste ihren Pass abgeben.

Der Fall galt als erste Bewährungsprobe für den 27 Jahre alten Außenminister, der im Dezember sein Amt angetreten hat. Kurz entsandte ein Krisenteam unter Leitung seines höchsten Beamten nach Dubai, das mit den Behörden vor Ort verhandelte. „In Gesprächen ist erreicht worden, dass die Ausreise der Österreicherin ermöglicht wurde“, teilte das Ministerium mit, ohne Details zu nennen.

Die Situation der Wienerin war nach Ansicht von Experten brisant, weil sie Muslimin ist und damit eher mit Härte als mit Milde zu rechnen hatte. Unabhängig von dem Vergewaltigungsvorwurf sei der vorangegangene Bar-Besuch für eine Muslimin kritisch, sagte vor kurzem der Mitbegründer der Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ), Amer Albayati.

Der Fall erinnert an den der Norwegerin Marte Deborah Dalelv. Die 24-Jährige war 2013 von einem Gericht in Dubai zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden. Auch sie hatte eine Vergewaltigung angezeigt, wurde aber wegen Alkoholmissbrauchs und außerehelichem Geschlechtsverkehr inhaftiert - und kurz darauf begnadigt.

Der Fall der Wienerin hatte in Österreich und anderen Ländern viele Unterstützer auf den Plan gerufen. Ein Online-Aufruf an Minister Kurz, sich für die Frau einzusetzen, war bis Donnerstagabend von mehr als 262 000 Menschen unterzeichnet worden.

Von

dpa

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