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26.02.2006

17:16 Uhr

Verleihung Anfang März

Deutsche treten beim Oscar mit ihrer Geschichte an

Am Sonntagabend, dem 5. März, werden wieder einmal die Oscars vergeben. Und wieder einmal dreht sich der deutsche Beitrag um die jüngere Geschichte. Es geht um Vergangenheitsbewältigung.

HB HAMBURG. Es ist zwar fraglich, ob „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ mehr Chancen auf die Auszeichnung als bester ausländischer Film hat als zuletzt das Hitler-Drama „Der Untergang“. Die Hollywood-Branchenblätter und auch die „New York Times“ sehen das unter die Haut gehende Werk von Marc Rothemund eher als Außenseiter. Zu den Favoriten zählen hier der palästinensische Beitrag „Paradise Now“ und „Tsotsie“ aus Südafrika.

Doch es ist kein Zufall, dass sich von deutscher Seite nach dem Oscar für Caroline Links Emigrantenschicksal „Nirgendwo in Afrika“ (2003) und der Nominierung von „Der Untergang“ (2005) wieder ein Film aus dem Themenfeld der Vergangenheitsbewältigung dem Urteil der 5800 Academy-Mitglieder stellt. „Das war zunächst sicherlich eine künstlerische Entscheidung“, kommentiert Günter Rohrbach, Präsident der Deutschen Filmakademie, die Entscheidung des Auswahlgremiums. „Sophie Scholl“ war die herausragende Produktion.“ Doch beim Oscar gebe es „schon eine gewisse Tendenz auf Seiten der Amerikaner“, die die deutsche Auswahl natürlich beeinflusse.

„Das Thema ist für die Academy noch nicht durch“, meint auch Fred Breinersdorfer, der Drehbuchautor und Produzent von „Sophie Scholl“. „Die deutsche Auswahlkommission war schon gut beraten, einen Film vorzuschlagen, der in die internationale Konkurrenzsituation passt.“ Denn auch die vier Gegenspieler von „Sophie Scholl“ auf der Oscar-Bühne bergen politischen, historischen oder sozialen Sprengstoff.

Die Hauptfiguren in „Paradise Now“ von dem palästinensischen Regisseur Hany Abu-Assad sind zwei Selbstmordattentäter. „Tsotsie“ aus Südafrika erzählt die Geschichte eines jungen Kriminellen. „Merry Christmas“ aus Frankreich schildert eine Episode zwischen den Fronten im Ersten Weltkrieg. Und in dem italienischen Beitrag „Don't Tell“ unternimmt eine Frau eine schmerzhafte Reise in ihre familiäre Vergangenheit. Sowohl „Paradise Now“ als auch „Merry Christmas“ sind übrigens von deutschen Produzenten mit realisiert worden.

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