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21.06.2015

13:41 Uhr

Vermeintliches Wundermittel aus Nordkorea

Heile Welt mit Kim Jong Un und Kumdang-2

Es soll Krebs, Ebola und HIV heilen – und auch gegen Morgenübelkeit helfen. Nordkorea hat nach eigenen Angaben ein Wundermittel gegen fast alles entwickelt. Der Name: Kumdang-2. Die Inhaltsstoffe muten jedoch seltsam an.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un bei der Besichtigung eines Biolabors. Reuters

Alleinherrscher mit Allheilmittel

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un bei der Besichtigung eines Biolabors.

SeoulNordkorea hat nach eigener Darstellung einen Wunderimpfstoff gegen bislang kaum oder gar nicht heilbare Viruserkrankungen wie Mers, Ebola und HIV entwickelt. Die „sehr effektive“ Substanz namens Kumdang-2 könne auch Tuberkulose und Krebs kurieren, bei Morgenübelkeit helfen sowie bei „Schäden, die vom übermäßigen Gebrauch von Computern herrühren“, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag.

Das erstaunliche Medikament wird mit dem Slogan „Jeder hat das Recht, gesund zu sein“ beworben. Der von der nordkoreanischen Pharmafirma Pugang entwickelte Stoff enthält demnach neben Ginseng-Extrakten Elemente seltener Erden. An der Wunderimpfung sei schon seit 1989 gearbeitet worden, berichtete KCNA. Sie stärke das Immunsystem und sei sehr wirksam gegen „bösartige Viren“.

Als Sprachrohr der nordkoreanischen Machthaber preist KCNA immer wieder gigantische Errungenschaften des Landes an – von revolutionären wissenschaftlichen und medizinischen Entwicklungen bis hin zu fast unmenschlichen sportlichen Fähigkeiten seiner Anführer. Beweise für alle diese Leistungen legt die Agentur in der Regel nicht vor.

Die Behörden im benachbarten Südkorea kämpfen derzeit gegen einen Mers-Ausbruch. Bislang erlagen 24 Menschen der Viruserkrankung, insgesamt 166 infizierten sich. Am Samstag wurden erstmals seit gut zwei Wochen keine neuen Infektions- oder Todesfälle im Zusammenhang mit dem Mers-Virus gemeldet, dafür wurden sechs weitere Patienten als geheilt entlassen.

In Südkorea war der erste Mers-Fall am 20. Mai bekannt geworden. Der Ausbruch dort ist der bislang schlimmste Mers-Ausbruch außerhalb Saudi-Arabiens. Bei dem Mers-Virus handelt es sich um einen seit 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren.

Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch Nierenversagen ist möglich.

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