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24.03.2014

11:45 Uhr

Vermisste Boeing

Australier und Chinesen sichten verdächtige Objekte

Neue Hinweise bei der Suche nach Flug MH370: Ein australisches sowie chinesisches Flugzeug haben verdächtige Objekte im Indischen Ozean ausfindig gemacht. Indes muss am Montag ein Malaysian Airlines-Flugzeug notlanden.

Suche nach Flug MH370

Haben Chinesen erste Trümmerteile entdeckt?

Suche nach Flug MH370: Haben Chinesen erste Trümmerteile entdeckt?

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PerthEin australisches Flugzeug hat bei der Suche nach dem vermissten Flug MH370 malaysischen Angaben zufolge zwei weitere verdächtige Objekte im Ozean gesichtet. Zu der Stelle im südlichen Indischen Ozean werde ein Schiff geschickt, sagte Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Montag in Kuala Lumpur. Das eine Objekt sei kreisförmig, das andere rechteckig.

Zuvor hatte die Besatzung einer chinesischen Militärmaschine bei ihrem ersten Einsatz im Suchgebiet im Indischen Ozean ebenfalls verdächtige Objekte gesichtet. „Wir können aber noch nicht beurteilen, ob sie mit der verschollenen Boeing zusammenhängen“, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking, Hong Lei.

Der Treibstoffvorrat der Maschine ging zur Neige und sie musste zum Stützpunkt Pearce bei Perth in Australien zurückkehren. Die Seesicherheitsbehörde (Amsa) erhielt die genauen Koordinaten des Fundortes und wies andere Suchflugzeuge an, die Stelle zu überfliegen und möglicherweise Fotos zu machen. „Die Zeit drängt“, sagte Hong Lei. „China hat Malaysia und Australien aufgefordert, ihre Suchbemühungen zu verstärken.“ An Bord des seit dem 8. März verschwundenen Flugzeugs waren 153 Chinesen.

Verschollene Flugzeuge

Ganz seltener Fall

Ein Flugzeug verschwindet - das passiert in Zeiten von Radar, Funkverkehr und anderen technischen Errungenschaften nur ganz selten. Nach einem Absturz werden Wracks meist innerhalb weniger Stunden geortet. Doch manchmal kann es auch Tage oder Wochen dauern, bis man Hinweise auf den Verbleib der Maschinen und das Schicksal der Insassen findet - etwa wenn die Flugzeuge über abgelegenen Gebieten, unwegsamem Gelände oder dem offenen Meer abgestürzt sind.

Malaysia Airlines Flug 370

Im März 2014 verschwindet Flug 370 der Malaysia Airlines auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking. Bis heute fehlt von der Maschine mit 239 Menschen an Bord jede Spur.

Air France Flug 447

Nach dem Absturz des Airbus A330 im Jahr 2009 wurden Wrackteile innerhalb weniger Tage gefunden. Doch es dauerte zwei Jahre, bis der Rumpf der Maschine auf dem Grund des Atlantik entdeckt wurde. Die Maschine war auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in einen schweren Sturm geraten und abgestürzt. Alle 228 Menschen an Bord kamen um.

Adam Air

Eine Boeing 737 der indonesischen Fluggesellschaft mit 102 Menschen an Bord stürzte am 1. Januar 2007 ab. Teile des Hecks und andere Trümmer wurden einige wenige Tage später entdeckt. Bis zur Bergung der Blackbox und des Stimmrekorders dauerte es neun Monate. Der Rumpf liegt bis heute auf dem Grund des Ozeans.

Merpati Nusantara Airlines

1995 verschwand eine Maschine der indonesischen Airline auf dem Flug zwischen zwei Inseln des Archipels. Von der Havilland Twin Otter 300 mit 14 Insassen fehlt bis heute jede Spur.

Faucett Airlines

Eine Boeing 727 der peruanischen Fluggesellschaft mit Ziel Miami in den USA stürzte im Jahr 1990 über dem Nordatlantik ab, weil ihr der Treibstoff ausging. 18 Angestellte der Airline und ihre Angehörigen waren an Bord. Das Wrack wurde nie gefunden.

Luftwaffe Uruguays

Die Geschichte der Fairchild FH-227 und ihrer Insassen war Stoff für mehrere Bücher und Filme. Die Turboprop-Maschine stürzte 1972 in den Anden ab, mehr als ein Dutzend der Insassen kamen dabei ums Leben. Einige der Überlebenden machten sich auf die Suche nach Hilfe. Die anderen wurden später gerettet. In der Zeit bis zur Bergung hatten sie sich vom Fleisch der Toten ernährt.

Flying Tiger Line

Die Propellermaschine vom Typ Lockheed L-1049H Super Constellation sollte im Jahr 1962 US-Soldaten nach Vietnam bringen. Doch schon die Zwischenstation auf den Philippinen erreichte das Flugzeug mit 107 Insassen nie. Dutzende Flugzeuge und Schiffe suchten den Westpazifik ab - vergeblich.

Wie ein Reporter der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua aus dem Flugzeug berichtete, sah die Besatzung „zwei vergleichsweise große, schwimmende Teile“ sowie „viele kleinere, weiße Teile“ in einem Radius von einigen Kilometern. Der mit Hubschraubern ausgestattete chinesische Eisbrecher „Xuelong“ und zwei Schiffe der chinesischen Marine seien zu der Stelle unterwegs. „Sie werden allerdings erst am Dienstag oder Mittwoch in der Region ankommen“, sagte Hong Lei.

An der Suche waren am Montag neben den beiden chinesischen Iljuschin-Maschinen auch zwei japanische sowie eine US-Maschine und fünf australische Flugzeuge beteiligt. Sorgen, dass der nahende Zyklon „Gillian“ die Suchaktion behindern könnte, zerstreuten sich, wie der australische Wetterdienst berichtete.

Problem bei der Suche rund 2500 Kilometer südwestlich von Perth ist unter anderem die starke Strömung in der Region zwischen Australien und der Antarktis. „Die Strömung treibt die Teile in zwei Sekunden einen Meter weit“, sagt Meeresforscher Charitha Pattiaratchi von der Universität Westaustraliens in Perth der Nachrichtenagentur dpa. Die Teile dürften von einer möglichen Absturzstelle bis Montag rund 700 Kilometer Richtung Osten gedriftet sein.

Fraglich ist auch, ob die Zeit reicht, um die Blackbox der Maschine zu finden. Der Metallbehälter könnte alle relevanten Daten wie Kurs und Tempo des Flugs MH370 liefern. Solche Kästen machen aber nur etwa 30 Tage lang auf sich aufmerksam, dann ist die Batterie leer. Die Maschine ist seit dem 8. März vermisst. Funkstille ist demnach etwa ab dem 7. April. Die Signale sind nach Angaben von Experten noch aus mehr als 4000 Metern Wassertiefe zu empfangen.

Indes musste ein Passagierflugzeug von Malaysia Airlines am frühen Montag in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Hongkong notlanden. An Bord der Maschine mit der Flugnummer MH066 habe es Probleme mit der Stromversorgung gegeben, teilte die malaysische Fluggesellschaft in Kuala Lumpur mit. Das Flugzeug war demnach von der malaysischen Hauptstadt in die südkoreanische Hauptstadt Seoul unterwegs.

Die Fluglinie nannte einen „ausgefallenen Generator" als Grund für den Zwischenfall in dem Airbus A330-300. Die Stromversorgung sei aber von einem Hilfsgenerator aufrecht erhalten worden. Weitere Angaben zu dem technischen Problem wurden nicht gemacht. Die Maschine sei „ohne Zwischenfälle" in Hongkong gelandet. Die 271 Fluggäste reisten demnach in anderen Maschinen weiter.

Von

afp

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