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14.04.2014

06:55 Uhr

Vermisster Flug MH 370

Keine Hoffnung mehr auf Blackbox-Signale

Funksignale hatten Hoffnung geweckt, die im Indischen Ozean vermisste Boeing könnte bald gefunden werden. Doch neue Signale bleiben aus. Die Suchtrupps verzichten jetzt auf einen Blackbox-Detektor – ein U-Boot soll ran.

Strategiewechsel im Indischen Ozean

U-Boot sucht nach Flug MH370

Strategiewechsel im Indischen Ozean: U-Boot sucht nach Flug MH370

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PerthErstmals kommt bei der Suche nach dem vermissten malaysischen Passagierflugzeug ein U-Boot zum Einsatz. Das teilte der Einsatzleiter der internationalen Suchaktion, Angus Houston, am Montag in Perth mit. Das unbemannte Fahrzeug mit akustischen Detektoren soll nach der Quelle der Signale suchen, die möglicherweise von der Blackbox des Flugzeugs stammen.

Das australische Marineschiff „Ocean Shield“ wird indes die Suche mit dem Blackbox-Detektor im Laufe des Tages einstellen. Ein Ausbleiben frischer Signale deutet an, dass die Batterien des Flugschreibers zuneige gegangen sein dürften und das Gerät daher nicht mehr funkt.

Stattdessen soll das Mini-U-Boot „Bluefin 21“ so schnell wie möglich eingesetzt werden, sagte Houston. Es kann mit einem Sonar mögliche Trümmer der Maschine am Meeresgrund lokalisieren. Allerdings kann das Gerät nur relativ langsam im Vergleich zum großen Suchgebiet arbeiten. In jedem Fall werde die Suche „ein langer und quälender Prozess“ sein, warnte Houston. Bis die ganze Zone abgeklärt ist, werde es bis zu zwei Monate dauern.

In dem Gebiet, das rund 2300 Kilometer nordwestlich der australischen Stadt Perth liegt und etwa so groß wie Niedersachsen ist, entdeckte die „Ocean Shield“ am Sonntagabend zudem eine Ölspur, wie Houston hinzufügte. Sie müsse aber noch untersucht werden.

Flug MH370 – Was ist geklärt, was nicht?

Vom Radar verschwunden

Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwindet zwei Stunden nach dem Start von den Radarschirmen. Ein Überblick über die geklärten und ungeklärten Fragen.

Was ist geklärt? (1)

Die Boeing 777-200 verschwand bei gutem Wetter. Zwei Stunden nach dem Start war die Maschine eigentlich in der sichersten Phase eines Flugs, auf der Reisehöhe von rund 10.000 Metern. Es gab keinen Notruf, und die Bordcomputer sendeten keinen automatischen Alarm an die Bodenkontrolle, wie bei technischen Problemen eigentlich üblich. Im Cockpit saß ein erfahrener Pilot. Die Fluggesellschaft gilt als sehr zuverlässig, die Boeing ebenfalls.
Der Funkkontakt brach vor der vietnamesischen Küste ab. 154 der 239 Insassen waren chinesische Staatsbürger. Malaysia Airlines bot den Flug gemeinsam mit China Southern an.

Was ist geklärt? (2)

An Bord waren zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen. Diese waren ihren Besitzern, einem Italiener und einem Österreicher, 2012 und 2013 in Thailand gestohlen worden. Die Reisedokumente wurden bei der Passkontrolle nicht mit der Datenbank von Interpol abgeglichen.
Vier Reisende checkten ein, gingen aber nicht an Bord. Ihr Gepäck wurde vor dem Abflug wieder ausgeladen. Mittlerweile ist wahrscheinlich, dass sie illegal nach Europa einreisen wollten, sie also vermutlich nichts mit dem Absturz der Maschine zu tun hatten.

Was ist ungeklärt? (1)

Wo ist die 70 Meter lange Maschine mit 60 Metern Spannweite geblieben? Obwohl Dutzende Schiffe und Flugzeuge das Meer zwischen Malaysia und Vietnam absuchen, sind bislang weder Wrackteile noch der Flugschreiber gefunden worden.

Was ist ungeklärt? (2)

Warum drehte die Maschine ab? Wie konnte sie so lang von den Radars verschwinden. Aufschluss darüber könnte die Blackbox geben. Die Suchteams suchen fieberhaft danach, denn lange können die Akkus in der Regel nicht mehr halten.

Seit dem mysteriösen Verschwinden der Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord am 8. März wird nach Überresten der Maschine gesucht. Immer noch ist völlig unklar, warum sie auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwand und später vermtutlich tausende Kilometer weiter südlich im Indischen Ozean abstürzte.

Ohne die sogenannte Blackbox, die den Flugdatenschreiber und den Stimmrekorder des Flugzeugs enthält, wird sich die Ursache wohl nie klären lassen. Der Blackbox-Detektor der „Ocean Shield“ hatte zuletzt am Dienstag Signale empfangen, die von der Blackbox stammen könnten. Seitdem aber herrscht Funkstille.

Ungeachtet dessen geht die Suche an der Wasseroberfläche weiter. Am Montag sollten 12 Flugzeuge und 15 Schiffe ein Gebiet von mehr als 47.600 Quadratkilometern nach Hinweisen auf die vermisste Boeing 777 durchkämmen.

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