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16.01.2004

20:51 Uhr

Vermittlungsbemühungen erfolglos

Iranische Abgeordnete treten in Hungerstreik

Der Protest gegen den Ausschluss von liberalen Kandidaten bei der Parlamentswahl in Iran verschärft sich. Mehrere Abgeordnete kündigten einen Hungerstreik an.

HB BERLIN. Im Streit um den Ausschluss führender Reformpolitiker von der bevorstehenden Parlamentswahl in Iran zeichnet sich keine Entspannung ab. Die reformorientierten Abgeordneten wollen ihren Druck auf die geistliche Führung verstärken und aus ihrem bereits sechs Tage andauernden Sitzstreik ein Hungerstreik machen, wie Parlamentsvizepräsident Mohammed Resa Chatami in einer Pressekonferenz im Parlamentsgebäude sagte.

Das Hungern soll den Angaben zufolge am morgigen Samstag beginnen. «Wir sind bereit, jeden Preis für die Verteidigung freier Wahlen zu bezahlen», sagte Chatami. Er forderte freie Wahlen, sonst habe die Demokratie keine Bedeutung.

Chatami, ein Bruder von Präsident Mohammed Chatami, ist einer von rund 3000 Kandidaten - darunter 80 amtierende Abgeordnete -, die vom konservativen Wächterrat von der Parlamentswahl am 20. Februar ausgeschlossen wurden.

Die Abgeordneten wollen ihren Protest erst beenden, wenn alle Bewerber zugelassen würden. Vermittlungsbemühungen seitens des geistlichen Oberhaupts in Iran, Ayatollah Ali Chamenei, blieben bislang erfolglos.

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