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21.08.2014

11:48 Uhr

Vermögen bleibt unter Verschluss

Kim Dotcom bekommt seine Luxusautos doch nicht

Neuseelands Polizei behält Recht: Der deutsche Internetunternehmer Kim Dotcom bekommt sein konfisziertes Vermögen doch nicht zurück. Ein Berufungsgericht hat die Herausgabe an den Megaupload-Gründer gestoppt.

Kim Dotcom spricht bei einer Anhörung im Parlament Neuseelands. Ein unteres Gericht gab seine Vermögenswerte frei. Das Berufungsgericht sah das jedoch anders. ap

Kim Dotcom spricht bei einer Anhörung im Parlament Neuseelands. Ein unteres Gericht gab seine Vermögenswerte frei. Das Berufungsgericht sah das jedoch anders.

WellingtonIm Kampf gegen Neuseelands Behörden und die Auslieferung an die USA hat der deutsche Internetunternehmer Kim Dotcom eine Schlappe eingesteckt. Ein Berufungsgericht stoppte am Donnerstag die Freigabe von beschlagnahmten Vermögenswerten.

Die Polizei hatte Luxusautos, Schmuck und Bargeld im Wert von 11,8 Millionen neuseeländischen Dollars (7,4 Mio Euro) bei einer Razzia im Januar 2012 konfisziert. Sie handelte nach einer US-Anklage gegen den Internet-Millionär. Die US-Behörden werfen ihm als Gründer der inzwischen geschlossenen Tauschplattform Megaupload massiven Copyright-Betrug vor. Dotcom lebt seit mehreren Jahren in Neuseeland.

Megaupload, Rapidshare und Co: Tauschdienste im Netz

Filehoster

Filehoster bieten Online-Speicher an – Nutzer richten auf den Servern eine Art virtuelle Festplatte ein, auf die sich von überall aus zugreifen können. Die Auswahl an Diensten ist riesig. Neben Startups wie Dropbox mischen auch IT-Riesen wie Google, Microsoft und Apple in diesem wachsenden Markt mit. Sie sehen die Online-Speicher als zentralen Knotenpunkt der allgegenwärtigen Vernetzung.

Sharehoster

Auch Sharehoster bieten Online-Speicher an, sie haben sich aber darauf spezialisiert, das Verbreiten von Dateien zu erleichtern – daher auch der Name. So ist es bei einigen Diensten nicht einmal nötig, sich anzumelden. Angesichts dieser einfachen Prozedur werden sie auch One-Click-Hoster genannt. Viele Vertreter der Medienbranche sehen in dieser Anonymität eine Einladung zur Verbreitung illegaler Kopien.

Fließende Grenzen

Die Grenzen zwischen Filehostern und Sharehostern sind fließend – so können die Nutzer bei vielen Diensten ihre Dateien für andere freigeben. Unterschiede zeigen sich zumeist beim Geschäftsmodell: Filehoster verlangen meist ab einer gewissen Speicherkapazität eine Monatsgebühr, Sharehoster lassen sich eine hohe Download-Geschwindigkeit bezahlen.

BitTorrent

Hosting-Plattformen werden oft mit Filesharing-Diensten in einen Topf geworfen, etwa dem berüchtigten und inzwischen geschlossenen Angebot PirateBay. Technisch ist der Unterschied allerdings groß: Die Daten lagern beim Filesharing nicht auf den Servern des Anbieters. Wenn Anwender nach Musikstücken, Filmen oder Software suchen, erhalten sie nur die Informationen, wo diese Daten im Netz heruntergeladen werden können. Dabei kommt oft das Datenaustausch-Protokoll BitTorrent zum Einsatz.

Dotcom wehrt sich gegen eine Auslieferung an die USA. Das Verfahren hat sich mehrfach verzögert und soll nun im Februar 2015 stattfinden. US-Behörden beantragten, die Vermögenswerte bis dahin festzuhalten. Ein niedrigeres Gericht hatte das zunächst abgelehnt.

Von

dpa

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