Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.03.2014

18:10 Uhr

Verschollene Boeing

Iraner mit gestohlenem Pass wollte zur Mutter nach Hamburg

Der junge Iraner, der mit einem gestohlenen Pass an Bord der unauffindbaren Malaysia-Airlines-Maschine war, wollte nach Hamburg. Das berichtet das NDR Fernsehen. Deutsche Ermittler vermuten einen kriminellen Hintergrund.

Flugzeug bleibt verschwunden

Flug MH370: Experten reden von Sabotage

Flugzeug bleibt verschwunden: Flug MH370: Experten reden von Sabotage

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

HamburgDer 19-jährige Iraner mit gestohlenem Pass an Bord der verschollenen Malaysia-Airlines-Maschine wollte nach Informationen des NDR Fernsehens nach Hamburg und nicht nach Frankfurt. Wie das Politikmagazin „Panorama 3“ am Freitag mitteilte, lebt die Mutter des Iraners seit 2012 in der Hansestadt und befindet sich in einem Asylverfahren.

Sie habe einen Nervenzusammenbruch erlitten und halte sich bei Freunden auf. Der 19-Jährige hatte bei Flug MH370 mit einem in Thailand gestohlenen österreichischen Pass eingecheckt. Das Flugzeug verschwand am vergangenen Samstag in Südostasien auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking.

Mit einem anderen Iraner, der einen gestohlenen italienischen Pass benutzte, habe er vor dem Flug bei einem Schulfreund in Kuala Lumpur übernachtet, teilte der NDR mit. Das Magazin zitierte den Freund mit der Information, dass der 19-Jährige zu seiner Mutter gewollt habe, „um bei ihr in Deutschland zu leben“.

Verschollene Flugzeuge

Ganz seltener Fall

Ein Flugzeug verschwindet - das passiert in Zeiten von Radar, Funkverkehr und anderen technischen Errungenschaften nur ganz selten. Nach einem Absturz werden Wracks meist innerhalb weniger Stunden geortet. Doch manchmal kann es auch Tage oder Wochen dauern, bis man Hinweise auf den Verbleib der Maschinen und das Schicksal der Insassen findet - etwa wenn die Flugzeuge über abgelegenen Gebieten, unwegsamem Gelände oder dem offenen Meer abgestürzt sind.

Malaysia Airlines Flug 370

Im März 2014 verschwindet Flug 370 der Malaysia Airlines auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking. Bis heute fehlt von der Maschine mit 239 Menschen an Bord jede Spur.

Air France Flug 447

Nach dem Absturz des Airbus A330 im Jahr 2009 wurden Wrackteile innerhalb weniger Tage gefunden. Doch es dauerte zwei Jahre, bis der Rumpf der Maschine auf dem Grund des Atlantik entdeckt wurde. Die Maschine war auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in einen schweren Sturm geraten und abgestürzt. Alle 228 Menschen an Bord kamen um.

Adam Air

Eine Boeing 737 der indonesischen Fluggesellschaft mit 102 Menschen an Bord stürzte am 1. Januar 2007 ab. Teile des Hecks und andere Trümmer wurden einige wenige Tage später entdeckt. Bis zur Bergung der Blackbox und des Stimmrekorders dauerte es neun Monate. Der Rumpf liegt bis heute auf dem Grund des Ozeans.

Merpati Nusantara Airlines

1995 verschwand eine Maschine der indonesischen Airline auf dem Flug zwischen zwei Inseln des Archipels. Von der Havilland Twin Otter 300 mit 14 Insassen fehlt bis heute jede Spur.

Faucett Airlines

Eine Boeing 727 der peruanischen Fluggesellschaft mit Ziel Miami in den USA stürzte im Jahr 1990 über dem Nordatlantik ab, weil ihr der Treibstoff ausging. 18 Angestellte der Airline und ihre Angehörigen waren an Bord. Das Wrack wurde nie gefunden.

Luftwaffe Uruguays

Die Geschichte der Fairchild FH-227 und ihrer Insassen war Stoff für mehrere Bücher und Filme. Die Turboprop-Maschine stürzte 1972 in den Anden ab, mehr als ein Dutzend der Insassen kamen dabei ums Leben. Einige der Überlebenden machten sich auf die Suche nach Hilfe. Die anderen wurden später gerettet. In der Zeit bis zur Bergung hatten sie sich vom Fleisch der Toten ernährt.

Flying Tiger Line

Die Propellermaschine vom Typ Lockheed L-1049H Super Constellation sollte im Jahr 1962 US-Soldaten nach Vietnam bringen. Doch schon die Zwischenstation auf den Philippinen erreichte das Flugzeug mit 107 Insassen nie. Dutzende Flugzeuge und Schiffe suchten den Westpazifik ab - vergeblich.

Am Dienstag hatte sich laut malaysischen Behörden der Terrorverdacht gegen die beiden Männer zerschlagen. Über den 19-Jährigen hatten die Ermittler in Kuala Lumpur gesagt, er habe eine Reise von Kuala Lumpur über Peking und Amsterdam nach Frankfurt gebucht. Der NDR fand nun heraus, dass er von Frankfurt weiter nach Hamburg wollte.

Aus deutschen Ermittlerkreisen heißt es demnach, „sowohl die Route als auch die Fluggesellschaft seien dafür bekannt, von Schleusern für iranische Flüchtlinge genutzt zu werden“.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×