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28.08.2014

13:29 Uhr

Verschollene Boeing

MH370 flog womöglich weiter als gedacht

Die Boeing MH370, die seit fast sechs Monaten als verschollen gilt, könnte auf einem anderen Kurs geflogen sein als bislang gedacht. Das ergaben neueste Auswertungen eines missglückten Telefonanrufes bei den Piloten.

Das Wrack der verschollenen Maschine der Malaysia Airlines wurde bislang nicht gefunden. Reuters

Das Wrack der verschollenen Maschine der Malaysia Airlines wurde bislang nicht gefunden.

CanberraFast sechs Monate nach dem mysteriösen Verschwinden des Malaysia-Airlines-Flugs MH370 gibt es neue Erkenntnisse zum möglichen Absturzort. Bei der Suche nach dem Wrack der Boeing sei eine Region weiter südlich als bislang gedacht von besonderem Interesse, sagte Australiens Verkehrsminister Warren Truss am Donnerstag in Canberra.

Die Erkenntnisse beruhen auf der Auswertung eines fehlgeschlagenen Versuchs, die Piloten kurz nach dem Verschwinden vom Radar per Satellitentelefon zu erreichen. Von diesem Anruf war bislang nie die Rede. Die Auswertung „legt nahe, dass das Flugzeug womöglich etwas früher Richtung Süden abgedreht ist als bislang angenommen“, sagte Truss.

Flug MH370 – Was ist geklärt, was nicht?

Vom Radar verschwunden

Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwindet zwei Stunden nach dem Start von den Radarschirmen. Ein Überblick über die geklärten und ungeklärten Fragen.

Was ist geklärt? (1)

Die Boeing 777-200 verschwand bei gutem Wetter. Zwei Stunden nach dem Start war die Maschine eigentlich in der sichersten Phase eines Flugs, auf der Reisehöhe von rund 10.000 Metern. Es gab keinen Notruf, und die Bordcomputer sendeten keinen automatischen Alarm an die Bodenkontrolle, wie bei technischen Problemen eigentlich üblich. Im Cockpit saß ein erfahrener Pilot. Die Fluggesellschaft gilt als sehr zuverlässig, die Boeing ebenfalls.
Der Funkkontakt brach vor der vietnamesischen Küste ab. 154 der 239 Insassen waren chinesische Staatsbürger. Malaysia Airlines bot den Flug gemeinsam mit China Southern an.

Was ist geklärt? (2)

An Bord waren zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen. Diese waren ihren Besitzern, einem Italiener und einem Österreicher, 2012 und 2013 in Thailand gestohlen worden. Die Reisedokumente wurden bei der Passkontrolle nicht mit der Datenbank von Interpol abgeglichen.
Vier Reisende checkten ein, gingen aber nicht an Bord. Ihr Gepäck wurde vor dem Abflug wieder ausgeladen. Mittlerweile ist wahrscheinlich, dass sie illegal nach Europa einreisen wollten, sie also vermutlich nichts mit dem Absturz der Maschine zu tun hatten.

Was ist ungeklärt? (1)

Wo ist die 70 Meter lange Maschine mit 60 Metern Spannweite geblieben? Obwohl Dutzende Schiffe und Flugzeuge das Meer zwischen Malaysia und Vietnam absuchen, sind bislang weder Wrackteile noch der Flugschreiber gefunden worden.

Was ist ungeklärt? (2)

Warum drehte die Maschine ab? Wie konnte sie so lang von den Radars verschwinden. Aufschluss darüber könnte die Blackbox geben. Die Suchteams suchen fieberhaft danach, denn lange können die Akkus in der Regel nicht mehr halten.

MH370 war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschollen. Satellitenauswertungen zeigten später, dass die Maschine Richtung Süden abdrehte, stundenlang weiterflog und wahrscheinlich in den Indischen Ozean westlich von Perth an der australischen Westküste stürzte, als der Treibstoff ausging. An Bord waren 239 Menschen, zwei Drittel von ihnen Chinesen. MH370 gilt als eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Von dem Wrack fehlt bislang jede Spur.

„Das Suchgebiet bleibt dasselbe, aber einige neue Informationen legen nahe, dass ein Gebiet ein bisschen weiter südlich - zwar im Suchgebiet, aber weiter südlich - von besonderen Interesse ist“, sagte Truss nach einem Treffen mit seinem malaysischen Kollegen Liow Tiong Lai.

Die beiden unterzeichneten eine Vereinbarung über die weitere Suche, mit der Zusage Malaysias, sich die Kosten dafür mit Australien zu teilen. Nach der Vermessung des Meeresbodens in einem 60 000 Quadratkilometer großen Gebiet soll sie mit einem unbemannten Unterwasservehikel im September fortgesetzt werden.



Von

dpa

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