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14.09.2011

16:04 Uhr

Verschwendung

90 Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll

Fast 90 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Europa jährlich weggeworfen. Das teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit.

Jeder EU-Bürger wirft im Durchschnitt jährlich 179 Kilo Lebensmittel in den Müll. dpa

Jeder EU-Bürger wirft im Durchschnitt jährlich 179 Kilo Lebensmittel in den Müll.

BrüsselJeder EU-Bürger werfe pro Jahr durchschnittlich 179 Kilogramm Obst, Gemüse, Fleisch und andere Nahrungsmittel ungegessen in die Tonne. Zum Tag der Lebensmittelsicherheit an diesem Donnerstag macht die Kommission auf das Problem aufmerksam.

„Dieser Umstand ist ein frappierendes Beispiel für die ineffiziente Nutzung von Ressourcen“, sagte EU-Kommissar John Dalli am Mittwoch in Brüssel. Die Kommission setzt nicht nur auf einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln, sondern ebenso darauf, Wurst, Käse und sonstiges effizienter zu verpacken.

Einer von der EU finanzierten Untersuchung zufolge gehen 42 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel auf das Konto der privaten Haushalte. 39 Prozent landen bei den Herstellern im Müll, 14 Prozent in der Gastronomie und fünf Prozent bei den Einzelhändlern. In der Studie nicht berücksichtigt sind Abfälle aus Landwirtschaft und Fischerei.

Schuld an der Verschwendung seien unter anderem die Überproduktion, falsche Lagerung oder aber die schlechte Einkaufsplanung der Verbraucher. Auch kämen zum Beispiel viele Tomaten oder Kartoffeln gar nicht erst in den Handel, da ihre Form oder Farbe nicht den Ansprüchen der Händler genügten.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Hintergruende-aufklaeren

14.09.2011, 16:48 Uhr

Solange wir unsere Weltbevölkerung nicht ausreichend ernährt bekommen und alle 4 Sekunden ein Mensch auf der Welt an Unterernährung stirbt, kann von Fortschritt der Zivilisation keine Rede sein. Hey, alle 4 Sekunden wird auch ein Iphone gekauft....
Es gibt genügend Lebensgüter weltweit, jedoch muss ihre Verteilung bzw. Beschränkung völlig neu organisiert werden. wenn 50% der Lebensmittel vernichtet werden, bezahlt der Konsument am Ende für den Müll. Ergo könnten diese zuviel produzierten Lebensgüter verschenkt werden und es würde niemandem schaden.
Das Problem ist jedoch hintergründig sehr komplex:
- EU Agrarpolitik will heimische Bauern schützen; Marktbarrieren
- Biokraftstoffe der ersten Generation vertreiben natürlich Anbaufläche und verknappen das Angebot in den armen Ländern
- Düngemittel-, Saatgut-, Landmaschinen- und Lebensmittelindustrie brauchen die Massenproduktion, um überlebensfähig zu bleiben.
- Die Entsorgungsindustrie lebt von der Verschwendung
- Angebot schafft bekanntlich Nachfrage und nur sich drehende Euros sind für die steuerseitige Politik günstige Euros.
- etc. pp.

Andys

15.09.2011, 11:14 Uhr

Es wäre auch sinnvoll in den Suppermärkten kleine Gebinde
zu verkaufen, und nicht alles in Kilo.dies gilt auch für Käse, Wurst,Fleisch etc.Warum muß ich 4 Schintzel kaufen, wenn ich nur eines benötige? Oder 1 Kilo Zwiebeln, wenn mir ein Pfund reicht? Es gibt viele ältere Menschen die dadurch gezwungen sind, und mehr wegwerfen.Warum müssen wir Gurken aus Spanien, Niedelanden einfühtren, wenn es in DE alles gibt? Auch hier kann man sparen, oder rechtzeitig
an bedürftige verschenken.

Simon

14.11.2011, 13:07 Uhr

Interessanter Artikel.

Einer unserer Challenge-Teilnehmer hat uns auf diese Artikel aufmerksam gemacht.
Die Thesen können bestimmt als ein möglicher Ansatzpunkt für innovative Lösungen von Entrepreneuren genutzt werden.
Bei unserer Challenge geht es um die Frage:
Welche Ideen haben Sie, um 85% Ressourcen einzusparen?

Wir laden Sie gerne ein mitzumachen:
http://www.entrepreneurship.de/challenge-2011-12/

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