Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2015

16:42 Uhr

Verschwundene Boeing

Frankreich verstärkt Suche nach MH370-Wrackteilen

Nach dem Fund eines Flügelteils will Frankreich mehr für die Aufklärung des rätselhaften Verschwindens von Flug MH370 tun. Das Land verstärkt die Suche nach weiteren Wrackteilen. Die Angehörigen fordern weiter Antworten.

Das gefundene Wrackteil der MH370-Maschine. dpa

MH370

Das gefundene Wrackteil der MH370-Maschine.

Paris, PekingMit einem Flugzeug, Hubschraubern und Booten hat Frankreich die Suche nach möglichen Wrackteilen des verschollenen Flugs MH370 im Indischen Ozean verstärkt. Militär und Polizei suchen seit Freitag ein rund 4800 Quadratkilometer großes Gebiet östlich der Insel La Réunion ab, wo Ende Juli ein Flügelteil angeschwemmt wurde.

Präfekt Dominique Sorain stellte klar, dass bislang kein weiteres Flugzeugteil identifiziert worden sei. Angehörige chinesischer Passagiere des Malaysia-Airlines-Flugzeugs kritisierten erneut das Krisenmanagement der malaysischen Regierung.

Die neue Suchaktion der Franzosen soll zunächst eine Woche dauern, wie Sorain in der Insel-Hauptstadt Saint-Denis ankündigte. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian stellte dafür auch französische Marineeinheiten ab. Zudem sollen Polizisten die Küste von La Réunion absuchen. Am Freitag beeinträchtigte jedoch schlechtes Wetter den Start der Aktion.

Die angeschwemmte Flügelklappe wird weiter in einem Labor bei Toulouse untersucht. Nach malaysischen Angaben gehört das Wrackteil zu der seit 17 Monaten verschwundenen Boeing 777, französische Ermittler sprechen von einer „sehr starken Vermutung“.

Chinesische Angehörige der Passagiere des Flugs MH370 kritisierten Malaysias Regierung scharf und forderten Aufklärung über den Fortgang der Ermittlungen. „Sie haben unser Vertrauen verspielt“, sagte Dai Shuqin am Freitag während einer Demonstration vor der malaysischen Botschaft in Peking der Deutschen Presse-Agentur. „Wir bleiben hier, bis jemand mit uns spricht.“ Die 64-Jährige hatte fünf Familienmitglieder an Bord der Boeing 777.

Das rätselhafte Verschwinden von MH370

8. März 2014

Die Airline teilt mit, der Kontakt sei kurz nach dem Start abgebrochen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Vor Vietnam beginnt eine internationale Suche.

14. März

Die Suche konzentriert sich auf den Indischen Ozean - Hunderte Kilometer westlich der ursprünglichen Flugroute.

15.März

Die Ermittler vermuten Sabotage. Die Boeing sei nach dem letzten Kontakt stundenlang auf neuem Kurs geflogen. Wahrscheinlich wurden Kommunikationssysteme absichtlich abgeschaltet, heißt es.

29. Mai

Die Maschine liege nicht im vermuteten Absturzgebiet, teilt das Koordinationszentrum mit.

20. Juni

Nach einer neuen Datenanalyse ist das Flugzeug wahrscheinlich weiter südlich als angenommen abgestürzt.

26. Juni

MH370 flog nach Einschätzung der Ermittler vor dem Absturz auf Autopilot.

28. August

Neueste Auswertungen legen nahe, dass das Flugzeug womöglich etwas früher Richtung Süden abdrehte.

5. Oktober

Die Suche wird in einem neu eingegrenzten Gebiet wieder aufgenommen.

29. Januar 2015

Malaysia erklärt alle Passagiere des vermissten Flugzeugs für tot. Die Suche nach der Maschine geht weiter.

8. März

Ein von Malaysias Verkehrsministerium am Jahrestag des Verschwindens veröffentlichter Zwischenbericht enthält nichts Neues.

24. März

Neuen Analysen zufolge ist das Flugzeug in den südlichen Indischen Ozean gestürzt. Das letzte Signal wurde laut malaysischer Regierung westlich der australischen Stadt Perth empfangen.

29. Juli

Ein Wrackteil vor der Insel La Réunion löst Spekulationen um mögliche Verbindungen zu Flug MH370 aus.

Das Flugzeug wird seit dem 8. März 2014 mit 239 Menschen vermisst - 153 von ihnen waren Chinesen. Rund 30 Angehörige hatten sich am Nachmittag vor dem Botschaftsgebäude im Diplomatenviertel der Stadt versammelt. Bereits am Vortag hatte Chinas Außenministerium Malaysia aufgefordert, sich an getroffene Zusagen zu halten und „die Familien mit der nötigen Hilfe zu unterstützen“.

Die Stadt Saint-André de la Réunion, auf deren Gebiet das Flügelteil aufgetaucht ist, bereitet sich auf den Empfang von Angehörigen vor, falls diese die Insel besuchen wollten. Man sei auch bereit, eine Gedenkstele zu errichten, falls dies den Schmerz der Familien mildern könne, teilte Bürgermeister Jean Paul Virapoulle mit. Von Montag an sollen zudem eigene Teams die Küste von Saint-André absuchen.

In den vergangenen Tagen wurde mehrfach der Fund verdächtiger Teile auf der französischen Tropeninsel gemeldet. Präfekt Sorain betonte aber, dass bislang keines davon einem Flugzeug zugeordnet wurde. „Es gibt Objekte, die gefunden wurden, von denen wir heute nicht wissen, ob es sich um Flugzeugteile handelt oder nicht“, sagte er. Dies werde nun untersucht.

Malaysias Verkehrsminister hatte am Donnerstag verkündet, ein malaysisches Team habe weitere Flugzeugüberreste gefunden; die französische Justiz hatte dies dementiert.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×