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04.01.2011

21:09 Uhr

Verseuchtes Tierfutter

EU-Kommission schaltet sich in Dioxin-Skandal ein

Der Skandal um dioxinverseuchte Eier und möglicherweise belastetes Geflügelfleisch beschäftigt nun auch die EU-Kommission. Sie will von Deutschland wissen, ob belastete Produkte wie Eier oder Fleisch in andere Mitgliedstaaten exportiert wurden. Derweil ist möglicherweise auch dioxinbelastetes Geflügelfleisch in den Handel gelangt.

Polizeifahrzeug auf dem Gelände der Firma Harles & Jentzsch. Reuters

Polizeifahrzeug auf dem Gelände der Firma Harles & Jentzsch.

HB HANNOVER/BERLIN. Dioxinverseuchte Eier und möglicherweise belastetes Geflügelfleisch verunsichern Verbraucher, empören Landwirte und rufen Bundesregierung und EU-Kommission auf den Plan.

Die Bundesregierung prüft schärfere Regeln für Hersteller, die EU verlangt Aufklärung, in NRW wurden am Dienstagabend vorsorglich 139 weitere Betriebe gesperrt. Ursache des Skandals war die Verwendung von Fett in der Futtermittelproduktion, das nur für technische Zwecke geeignet ist. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Firma Harles & Jentzsch aus dem schleswig-holsteinischen Uetersen.

Welche Lebensmittel außer Eiern noch verseucht sein könnten, wird erst in einigen Tagen feststehen. Mehr als 1000 Bauernhöfe in mehreren Bundesländern sind gesperrt. Sie dürfen ihre Ware erst wieder verkaufen, wenn sie auf eigene Kosten in Labortests die Unbedenklichkeit nachgewiesen haben.

Erste Testergebnisse in Niedersachsen ergaben: Bei 15 von 18 untersuchten Höfen, die Eier produzieren, lag die Dioxin-Menge in den Eiern im Rahmen des Erlaubten, teilte das Agrarministerium mit. Die gesamten Labor-Tests könnten Wochen dauern, sagte ein Ministeriumssprecher in Hannover.

Politiker versicherten, dass keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher bestehe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gab ebenfalls vorläufig Entwarnung. „Von den Informationen, die wir haben, kann man davon ausgehen, dass eine akute Gefährdung des Verbrauchers beim Verzehr von Eiern nicht besteht“, sagte der Leiter für Futtermittel bei der Bundesbehörde, Helmut Schafft. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), riet, Kinder sollten derzeit sicherheitshalber nicht täglich Eiergerichte essen.

Kommentare (1)

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Juergen Kalähne

05.01.2011, 00:31 Uhr


War Gier die Ursache für diesen neuen Skandal
in der Agrarbranche ?

Die Staatanwaltschaft untersucht, der Agrar-
ausschuß des bundestages wird Mittwoch tagen,
die Frau Aigner CSU)prüft Regeln, Politiker
beschwichtigen...

ich aber frage mich, was eigentlich die zuständigen
behörden von Kiel aus unternommen haben ? Gibt es in
Schleswig-Holstein eine funktionierende Gewerbeauf-
sicht , gibt es verantwortungsvolle Kontrollen in der
weit verzweigten Futtermittelindustrie ? Wurden bei
Überprüfungen auch mögliche Folgen für den bereich Lebensmittel untersucht ?

ist gar Verantwortung bei der Landesregierung in Kiel
zu vermuten ? Haben nicht CDU und FDP in der Vergangen-
heit oft davon geredet, daß Unternehmen und Unternehmer
mehr Eigenverantwortung brauchen und keineswegs durch
viele Kontrollen belastet werden dürfen ? Hat etwa die
fehlende Kontrolldichte / hat politisch zu vertretender
Personalmangel den Skandal und die offensichtliche Ge-
fährdung der Gesundheit von bürgerinnen und bürger begünstigt ? Diplomkaufmann Juergen Kalähne, bgm a. D.

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