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28.01.2004

13:40 Uhr

Verstärkung von Seepatrouillen gefordert

Experten warnen vor Terrorgefahr per Schiff

Piraterie auf den Weltmeeren wird immer brutaler. 445 Fälle moderner Seeräuberei listete das Anti-Piraten-Zentrum des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) in seiner am Mittwoch in Kuala Lumpur vorgelegten Bilanz für 2003 auf. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

HB KUALA LUMPUR/SINGAPUR. Schlimmer noch: Mindestens 21 Seeleute kamen bei Angriffen ums Leben und damit über doppelt so viele wie 2002. „Die Zahlen zeigen eindeutig eine Zunahme der Attacken und der Gewalt“, stellt der IMB-Direktor Pottengal Mukundan fest.

Zwei weitere sehr beunruhigende Trends setzten sich fort: Kidnapping von Besatzungsmitgliedern auf See und der Einsatz von Schusswaffen. Nach IMB-Angaben wurde 2003 mit 359 Seeleuten doppelt so viele von den Piraten als Geiseln genommen wie noch im vorangegangenen Jahr. Und in 100 Fällen enterten die Seeräuber mit Schnellfeuergewehren oder Pistolen die Schiffe.

Brennpunkt der weltweiten Piraterie bleibt wie seit Jahren das riesige Inselreich Indonesien. Alleine von dort wurden 121 Angriffe gemeldet. Gleich danach sind Seeleute vor der Küste Bangladeschs am wenigsten sicher, von wo 58 Attacken bekannt wurden. Rund um Afrika ist die See vor Nigeria am gefährlichsten: Die Zahl der Piratenüberfälle verdreifachte sich 2003 sogar auf 39.

Eines der größten Sorgenkinder nicht nur des IMB ist derweil die Straße von Malakka, jene Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia, die zu den am meisten befahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt zählt. Dort verdoppelte sich die Zahl der Attacken fast auf 28. An manchen Stellen gerade einmal drei Kilometer breit, passieren pro Jahr um die 50 000 Schiffe die Meerenge - ein geradezu ideales Revier für Seeräuber.

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