Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.07.2012

15:21 Uhr

Viele Fehler

Professoren beklagen Schreib-Schwäche bei Erstsemestern

Referate voll von Rechtschreibfehlern – zumindest bei Erstsemestern ist das nach Erfahrung von Professoren keine Seltenheit. Gefordert sind nach ihrer Ansicht nicht nur die Schulen – Unis sollten Zusatzkurse anbieten.

Studenten sitzen in einem Hörsaal der Universität München. dpa

Studenten sitzen in einem Hörsaal der Universität München.

BayreuthJunge Studenten haben nach Erkenntnissen von Hochschullehrern massive Probleme mit der Rechtschreibung. Auch stießen Professoren in schriftlichen Arbeiten häufig auf Grammatikfehler. Zudem fehlten vielen Erst- und Zweitsemestern die Lesekompetenz sowie die Grundlagen der Satzbaulehre, wie aus einer bislang unveröffentlichten Umfrage unter deutschen Philologie-Professoren hervorgeht. Über das Ergebnis hatte auch der Radiosender Deutschlandradio Kultur berichtet.

„Ein Problem ist auch die mangelnde Fähigkeit mancher Studenten, selbstständig zu formulieren und zusammenfassende Texte zu schreiben“, beklagte Professor Gerhard Wolf von der Universität Bayreuth am Montag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Nur wenige Studenten seien beispielsweise in der Lage, eine Vorlesung mit eigenen Worten angemessen zusammenfassen. „Viele Studenten können kaum noch einen Gedanken im Kern erfassen und Kritik daran üben“, sagte Wolf.

„Mit der argumentativen Logik haben es die Studenten immer weniger. Diese Fähigkeiten gehen langsam verloren“, fügte der Germanist hinzu, der in Bayreuth deutsche Literatur lehrt. Hier schlage sich anscheinend der schwindende Wortschatz nieder. „Dagegen nimmt die Jargonhaftigkeit zu: Die jungen Studenten verwenden in ihren Arbeiten immer häufiger Begriffe, die sie mal gehört haben, ohne aber zu wissen, was sie eigentlich bedeuten.“

Viele Studenten hätten auch Probleme, einer 90-minütigen Vorlesung konzentriert zu folgen. „Viele gehen offenbar mit der Haltung in die Vorlesung, "die Fakten stehen doch eh' alle im Internet. Ich muss deshalb in der Vorlesung nicht alles verstehen".“

Wolf sieht nicht nur die Schulen gefordert, die mehr Wert auf die Sprachkompetenz ihrer Schüler Wert legen sollten, sondern auch die Hochschulen. Universitäten sollten überlegen, ob sie für Studienanfänger künftig sogenannte Vorschaltkurse anbieten, in denen Basiswissen vermittelt werde. Wolf räumte allerdings ein, das dies dem Bestreben vieler Politiker entgegenlaufe, die Studienzeit zu verkürzen.

An der Umfrage hatten sich Professoren an 135 deutschen geisteswissenschaftlichen Fakultäten in 62 deutschen Universitäten beteiligt. Sie war im Jahr 2011 vom Philosophischen Fakultätentag, einem Zusammenschluss von 135 deutschen philologischen Uni-Fakultäten, angeregt worden. Die Geisteswissenschaftler an den deutschen Hochschulen verstehen die Umfrage als Beitrag zur Diskussion über neue Bildungsstandards an deutschen Gymnasien, die derzeit von deutschen Kultusministern geführt wird.

Von

dpa

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Edelzwicker

23.07.2012, 15:56 Uhr

Es reicht doch, wenn sie ihren Namen tanzen können, nicht wahr Frau Roth (Abbrecherin), Herr Künast, Herr Trittin und Herr Gabriel, Frau Nahles et al.?

Carolus

23.07.2012, 16:08 Uhr

Die Kritik ist leider berechtigt. Übrigens zeigen auch manche Zeitungen inzwischen erhebliche sprachliche Mängel. Die Unfähigkeit mancher Studenten hängt möglicherweise damit zusammen, dass in einigen Bundesländern das Abitur verschenkt wird. Vor lauter Gutmenschentum bekommen dann Leute trotz erheblicher Mängel gute Leistungen bescheinigt. Besonders "links" eingestellte Lehrkräfte begehen diese Torheit.

RalphFischer

23.07.2012, 22:29 Uhr

Das ist die Fernseher, Internet und SMS Generation die jetzt nach 12 statt 13 Jahren an die UNI kommt. Wann und wo sollen die denn richtig Lesen und Formulieren lernen ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×