Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2016

16:50 Uhr

Virtual Reality

Buchbranche auf neuen Wegen

Content, Virtual Reality, Self-Publishing – mit dem guten alten Buch haben die Schlagworte auf der Frankfurter Buchmesse nicht mehr viel zu tun. Mit Tausenden Ausstellern aus 100 Ländern ist die Messe erneut weltklassig.

Das Buch lebt

Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Pforten

Das Buch lebt: Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Pforten

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Frankfurt/MainVirtuelles Einkaufen, neue Inhalte: Die Buchbranche sucht nach dem Ende des E-Book-Hypes nach neuen Wegen. Auf der Frankfurter Buchmesse hielt am Mittwoch die „Virtual Reality“ Einzug. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels stellte den Prototyp einer 3-D-Brille vor, das ein neuartiges Einkaufserlebnis vermitteln soll. Wer sie aufsetzt, kann in einem „virtuellen Buchladen“ herumstöbern. Zu Büchern können über Kopfhörer Leseproben oder passende Videos eingespielt werden.

Bei der 3-D-Programmvorschau handelt sich um eine Kooperation des Dachverbands der Buchbranche mit einigen großen Verlagen. „Die Technologie steht erst am Anfang“, sagt Ronald Schild vom Börsenverein. Das Interesse sei aber sehr groß. Derzeit kosten die Brillen noch um die 1000 Euro.

Ein weiterer großer Trend ist das Self-Publishing. Der Börsenverein verschaffte dem Publizieren im Eigenverlag erstmals eine Bühne auf der Buchmesse: Rund 1200 Bücher von 800 Autoren sind ausgelegt.

Skoobe, Kindle Unlimited, Readfy: Buch-Streaming wartet noch auf den Durchbruch

Skoobe, Kindle Unlimited, Readfy

Buch-Streaming wartet noch auf den Durchbruch

Videos per Netflix, Musik via Spotify: Bezahl-Abos haben sich bei anderen Medien längst durchgesetzt. Doch Angebote wie Skoobe oder Kindle Unlimited für Bücher sind nicht so stark gefragt. Das liegt auch an den Verlagen.

Auch mit einem neuen Messeschwerpunkt will die Branche punkten. „The Arts+“ soll Museen und Archive einerseits und die Anbieter digitaler Techniken andererseits zusammenbringen. Die neue Messe innerhalb der Messe wurde am Mittwoch mit einer Fachkonferenz eingeläutet. Es gehe um „Content“, erklärte Holger Volland, der „The Arts+“ mitentwickelt hat: um Inhalte. „Content“ könne zum Buch werden, zum Film, aber auch zum Online-Katalog einer Ausstellung oder zu digital aufbereiteten Daten. „Letztlich geht es immer darum, wie aus einem künstlerischen Inhalt ein lizenzierbares Produkt wird.“

Der Terrorgefahr trägt auch die Buchmesse in diesem Jahr verstärkt Rechnung. Zusätzliche Taschenkontrollen an den Eingängen sorgten für Schlangen. Auch überall auf dem Messegelände müsse jederzeit mit Kontrollen gerechnet werden, teilte die Messe mit.

Der im Exil lebende türkische Journalist Can Dündar appellierte an Europa, mehr für die Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei zu tun. Sein Heimatland sei auf dem Weg zur „islamischen Diktatur“, sagte Dündar auf der Frankfurter Buchmesse. Eine „Wolke der Angst“ liege über der Türkei.

Bastei-Lübbe-Chef Schierack: „Wir müssen das Vertrauen im Finanzmarkt zurückgewinnen“

Bastei-Lübbe-Chef Schierack

Premium „Wir müssen das Vertrauen im Finanzmarkt zurückgewinnen“

Bilanz-Turbulenzen haben beim Verlag Bastei Lübbe zum Rücktritt des gesamten Aufsichtsrats geführt. Firmenchef Thomas Schierack spricht im Interview über die Tücken der Buchbranche und den Druck der Börse.

Die Regisseure Tom Ford und Claude Barras werden mit dem undotierten Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste internationale Literaturverfilmung 2016 ausgezeichnet. Der US-amerikanische Modedesigner und Regisseur Ford (55) erhält den Preis für den Thriller „Nocturnal Animals“, eine Adaption des Romans „Tony & Susan“ des US-Autors Austin Wright. In der neu eingeführten Kategorie „Kinder- und Jugendfilm“ siegte der schweizerische Regisseur Claude Barras (Jahrgang 1973) mit seiner Produktion „Ma vie de Courgette“ („Mein Leben als Zucchini“) nach dem Jugendroman „Autobiographie d'une Courgette“ des französischen Autors Gilles Paris.

Die Frankfurter Buchmesse dauert bis zum Sonntag. Mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern sind auf dem weltweit größten Branchentreff präsent. Ehrengast in diesem Jahr ist der gemeinsame Sprachraum der Niederlande und Flanderns.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×