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07.01.2006

15:23 Uhr

Virus im Westen der Türkei

Vogelgrippe rückt immer näher

Die Vogelgrippe in der Türkei breitet sich nach den ersten Todesfällen im Osten des Landes weiter nach Westen aus.

HB ISTANBUL. In der Provinz Ankara wurde am Samstag der Handel mit Geflügel verboten, nachdem bei zwei toten Wildenten an einem Stausee westlich der türkischen Hauptstadt die Tierseuche nachgewiesen worden war. In den östlichen Provinzen Erzincan und Bitlis wurden bei zwei toten Wildtauben Vogelgrippe-Erreger festgestellt, wie der türkische Agrarminister Mehdi Eker bekannt gab. Ob dabei das für Menschen gefährliche Virus H5N1 nachgewiesen wurde, war zunächst unklar.

Mit Verdacht auf Vogelgrippe wurden unterdessen landesweit mindestens 45 Menschen in Krankenhäusern behandelt oder unter Beobachtung gestellt, allein 30 in der Uni-Klinik der osttürkischen Stadt Van. Das Umweltministerium in Ankara verhängte ein landesweites Verbot der Jagd auf Wildvögel. Zugvögel, die auf ihren Wanderungen im Herbst und Frühjahr Station in der Türkei machen, werden als Überträger der Tierseuche angesehen.

Agrarminister Eker bezeichnete es als notwendig, die vor allem in Ost- und Südostanatolien übliche Kleintierhaltung von Geflügel einzudämmen, wenn nicht ganz zu verbieten, um eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe in der Zukunft zu vermeiden. In den von der Vogelgrippe betroffenen Gegenden im Osten der Türkei wurden bislang rund 14 000 Tiere vernichtet.

Neue Todesfälle bei Menschen wurden am Samstag zunächst nicht gemeldet. Allerdings erhöhte sich die Zahl derer, die mit Verdacht auf Vogelgrippe in Kliniken gebracht wurden. In Istanbul wurde eine siebenköpfige Familie mit verdächtigen Symptomen unter Beobachtung gestellt, die aus einem der Vogelgrippe-Gebiete im Osten angereist war. Verdachtsfälle wurden laut Medienberichten auch aus Krankenhäusern in den Städten Diyarbakir und Erzurum gemeldet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte unterdessen, dass zwei der in den vergangenen Tagen an der Vogelgrippe gestorbenen Kinder mit dem gefährlichen Virus H5N1 infiziert waren. Die Ergebnisse des WHO-Speziallabors in Großbritannien stimmten mit den türkischen Laborbefunden überein, sagte der türkische Gesundheitsminister Recep Akdag. Bei der zuletzt gestorbenen elfjährigen Schwester war der Befund nach Angaben des Ministeriums negativ ausgefallen. Dagegen sei im Fall eines anderen Patienten der Klinik in Van der H5N1-Virus nachgewiesen worden.

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