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16.02.2013

17:55 Uhr

Vogelgrippefälle

14.000 Enten in Brandenburg getötet

Nach dem überraschenden Ausbruch der Vogelgrippe H5N1 hat die Tötung aller Enten aus einem Mastbetrieb in Brandenburg begonne.

Enten aus dem mastbetrieb in Brandenburg. dpa

Enten aus dem mastbetrieb in Brandenburg.

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe H5N1 in einem brandenburgischen Entenmast-Betrieb hat am Samstagmorgen die Tötung des gesamten Bestandes von gut 14.000 Tieren begonnen. Rund um den Betrieb gelte für 21 Tage ein Sperrkreis von einem Kilometer, sagte der Sprecher des Landkreises Märkisch-Oderland, Tobias Seyfarth. Alles Geflügel stehe unter Beobachtung. Die Halter der Tiere in dem Bereich seien aufgefordert, Krankheitssymptome sofort zu melden und alle Tiere innerhalb des Sperrkreises zu belassen.

In dem Betrieb nahe Seelow im Oderbruch war die Vogelgrippe H5N1 nachgewiesen worden, aber in einer weniger gefährlichen, „nicht hoch pathogenen“ Variante. Darüber informierte noch am Freitagabend das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, versicherte das Bundeslandwirtschaftsministerium.

Zunächst waren nach Angaben des Landesumweltministeriums im Rahmen von Eigenkontrollen des Geflügelmastbetriebs Antikörper gegen das Virus H5N1 entdeckt und sofort gemeldet worden. Der Bestand habe sonst keine klinischen Auffälligkeiten gezeigt.

In der Region würden jetzt alle Geflügelmast-Betriebe, die Kontakt zu dem Unternehmen mit dem Vogelgrippe-Fall hatten, epidemiologisch untersucht, berichtete der Sprecher des Landkreises. Insgesamt seien dort etwa 40 Betriebe ansässig. Die Einwohner erhielten Merkblätter mit Anweisungen, wie sie sich innerhalb des Sperrkreises zu verhalten haben.

Ob ein Tier erkrankt ist, lasse sich beispielsweise an einer anomalen Kopfhaltung, Ausfluss an Augen und Schnabel, der Verweigerung von Futter, Niesen oder an einem stumpfen Federkleid erkennen, erläuterte Seyfarth. Sollte jemand so etwas beobachten, sei umgehend das zuständige Veterinäramt zu informieren.

Mit der „tierschutzgerechten“ Tötung der Enten am Samstag war dem Landkreis zufolge eine Fachfirma für Tierseuchenbekämpfung beauftragt. Die Aufsicht lag beim Kreisveterinäramt. Bevor die Vögel getötet wurden, hatte ein privater Sicherheitsdienst das Areal abgeriegelt.

Kreistierarzt Ralph Bötticher hatte am Freitag darauf hingewiesen, dass die Ursache für die Infektion bei den Enten noch nicht klar sei. Eine Übertragung durch Kontakt mit Wildtieren sei denkbar. In der freien Natur komme Vogelgrippe häufiger vor, ohne dass der Mensch davon irgendetwas davon mitbekomme. „Bei Wasservögeln kann eine H5N1-Infektion auch ohne Krankheitssymptome ablaufen“, so Bötticher. In Deutschland war die Vogelgrippe H5N1 nach FLI-Auskunft von Anfang Januar seit mehr als drei Jahren nicht mehr festgestellt worden.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Widerliche_Mordaktion

16.02.2013, 20:58 Uhr

Wie die angeblich "tierschutzgerechte Tötung" (fällt denn niemanden in der Redaktion allein schon der Irrsinn dieser Formulierung auf?) von statten geht, zeigt ja allein schon dieses schockierende Bild der überfüllten und auch noch schräg gehaltenen Folterkäfige auf dem Gabelstapler. Statt die Massentierhalter zur Verantwortung zu ziehen, die durch die Massentierhaltung solche Seuchen ermöglichen, müssen mal wieder die Tiere die Folgen tragen, und die Verursacher werden für diesen Massenmord auch noch mit Steuergeldern entschädigt. Es ist einfach ungeheuerlich, was wir Menschen glauben, unseren Mitgeschöpfen in unserer gefühllosen Selbstsucht antun zu können. Inzwischen kann ich eine gewisse Häme über die zahllosen Erkrankungen der Konsumenten - von steigenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs über unheilbare Infektionen durch Antibiotikaresistenzen und schleichende Vergiftungen bis hin zu Altersdemenz, sprich BSE - nicht mehr verkneifen.

pit.klein

17.02.2013, 03:31 Uhr

Den Kommentar meines Vorposters kann ich vorbehaltlos unterschreiben! Ach so: Immerhin wird inzwischen von "getötet" gesprochen und nicht mehr von "vernichtet".

fuerTiere

17.02.2013, 09:11 Uhr

In Intensivmastbetrieben werden Enten zu Tausenden in ewig halbdunkle Hallen eingepfercht und auf »Schlachtreife« hochgemästet. Sie haben keine Möglichkeit zu schwimmen. Regelmäßig verkümmern die Tiere als natürliche Folge der körperlichen und psychischen Belastungen. Wenige Monate dauern die schrecklichen Qualen, die sie in nicht annähernd naturgetreuen Verhältnissen über sich ergehen lassen müssen, um dann ein grausames Ende im Schlachthof zu finden.

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