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09.01.2015

15:11 Uhr

Vom Fußball-Sonnenkönig zum Angeklagten

Prozessauftakt gegen Ex-BVB-Boss Niebaum

Kein Ehrenplatz mehr auf der Hauptbühne - sondern Anklagebank. Der ehemalige BVB-Präsident Gerd Niebaum steht wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht. Es geht um 14 Fälle aus seiner Zeit als Rechtsanwalt.

In den 18 Jahren seiner BVB-Präsidentschaft stand der 66-Jährige Niebaum sowohl für die großen sportlichen Erfolge der Dortmunder Mitte bis Ende der 1990er-Jahre - aber auch für den finanziellen Abstieg und die Fast-Pleite 2005. dpa

In den 18 Jahren seiner BVB-Präsidentschaft stand der 66-Jährige Niebaum sowohl für die großen sportlichen Erfolge der Dortmunder Mitte bis Ende der 1990er-Jahre - aber auch für den finanziellen Abstieg und die Fast-Pleite 2005.

DortmundAls er mit Borussia Dortmund deutsche Meisterschaften und internationale Siege feiert, steht Gerd Niebaum noch auf der ganz großen Fußballbühne. Klein und eng ist es dagegen im Saal 136 des Dortmunder Landgerichts. Hier muss sich der Ex-Vereinspräsident Untreue- und Betrugsvorwürfen stellen. Mit stoischem Gesichtsausdruck steht er im Blitzlichtgewitter, die Hände in den Hosentaschen. Äußerlich unbewegt verfolgt er die Anklage - sie umfasst 14 Fälle. Alle liegen in der Zeit nach seiner BVB-Präsidentschaft, die 2004 nach 18 Jahren endete. Insgesamt geht es um rund 1,7 Millionen Euro.

Der Staatsanwalt wirft Niebaum unter anderem vor, er habe sich 2005 als Anwalt und Testamentsvollstrecker illegal rund 460 000 Euro aus einem Nachlass als Darlehen gewährt. Um privat geliehene 600 000 Euro länger behalten zu können, habe der 66-Jährige zudem die Unterschrift seines toten Schwagers gefälscht.

Laut Anklage steckte Niebaum zu dieser Zeit finanziell gehörig in der Klemme. Auf rund 16 Millionen Euro beziffert der Staatsanwalt die Verbindlichkeiten. In Verhandlungen mit Banken habe Niebaum einen großen Teil verschwiegen, daher zählt zu den Vorwürfen auch Kreditbetrug.

Auch Niebaum war ein mächtiger Fußballfunktionär, auch diesmal geht es um private Finanzen - dennoch ist der Fall in vielen Punkten anderes gelagert als bei Ex-Bayern-Chef Uli Hoeneß. Beim BVB spielt Niebaum schon lange keine Rolle mehr, seit er 2005 auch seinen Posten in der Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA aufgab.

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