Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2015

12:08 Uhr

Von Facebook inspiriert

Graffiti gegen Massenüberwachung

Nach der NSA-Affäre scheint digitale Überwachung allgegenwärtig. Und die Überwacher? Konzeptkünstler Paolo Cirio hat sich bei Facebook und Twitter umgeschaut und stellt seine Fundstücke im öffentlichen Raum zur Schau.

Der italienische Medienkünstler Paolo Cirio klebt unter der Elsenbrücke in Berlin ein verfremdetes Porträt des NSA-Direktor Keith B. Alexander an eine mit Graffiti besprühte Wand. Bis Mitte Juli ist in der Galerie NOME seine Ausstellung „Overexposed“ mit abstrahierten Fotos von hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern zu sehen. dpa

Geheimdienst als Kunst

Der italienische Medienkünstler Paolo Cirio klebt unter der Elsenbrücke in Berlin ein verfremdetes Porträt des NSA-Direktor Keith B. Alexander an eine mit Graffiti besprühte Wand. Bis Mitte Juli ist in der Galerie NOME seine Ausstellung „Overexposed“ mit abstrahierten Fotos von hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern zu sehen.

BerlinDer Konzeptkünstler Paolo Cirio will mit einer ungewöhnlichen Aktion auf die Auswirkungen aufmerksam machen, die die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden und die NSA-Affäre in Gang gesetzt haben.

In dieser Woche klebte und sprühte Cirio bereits Bilder von hochrangigen US-Geheimdienstmitarbeitern auf Hausfassaden und Brückenunterführungen in Berlin. An diesem Freitag eröffnet in der Hauptstadt eine Schau seiner Exponate in der neuen Galerie Nome. Bis zum 20. Juli sind dort neun seiner Porträts zu sehen. 

Abgebildet sind unter anderem Geheimdienst-Beamte wie Keith Alexander (NSA), John Brennan (CIA), Michael Hayden (NSA) und Michael Rogers (NSA). Die Fotos habe er sich über deren Facebook-Seiten, über Twitter, Flickr und Blogs beschafft, sagte Cirio. So würden die verantwortlichen Köpfe der Überwachung selbst der Öffentlichkeit preisgegeben.

Diese US-Geheimdienste sind in Deutschland aktiv

CIA

Die Central Intelligence Agency ist der Auslandsgeheimdienst. Er versorgt die US-Regierung mit Informationen, die sie für ihre Entscheidungen etwa im Kampf gegen den internationalen Terrorismus benötigt. Das Budget lag 2013 nach Recherchen der „Washington Post“ bei etwa 14,7 Milliarden US-Dollar (etwa 11 Mrd Euro).

NSA

Hauptaufgabe des militärischen Geheimdienstes National Security Agency ist die Erfassung und Auswertung elektronischer Daten weltweit und die Arbeit mit Verschlüsselungstechnik (Kryptologie). Das Budget soll sich auf etwa 10,8 Milliarden Dollar belaufen.

NRO

Das National Reconnaissance Office (Nationales Aufklärungsamt) ist das Auge und Ohr der USA im Weltraum. Es betreibt das Satellitenaufklärungsprogramm. Das Budget soll etwa 10,3 Milliarden Dollar betragen.

FBI

Die Bundesermittlungsbehörde Federal Bureau of Investigation hat neben der Verbrechensbekämpfung auch die Aufgaben eines Inlandsgeheimdienstes. Sie hat unter anderem terroristische Organisationen und ausländische Geheimdienste im Visier. Das Budget soll etwa 8,2 Milliarden Dollar betragen.

NGA

Die National Geospatial Intelligence Agency (Nationale Agentur für geografische Aufklärung) sammelt und erstellt Informationen über die Erde, die unter anderem für die nationale Sicherheit, militärische Operationen und humanitäre Hilfsanstrengungen genutzt werden. Das Budget soll bei etwa 4,9 Milliarden Dollar liegen.

DIA

Die Defense Intelligence Agency (DIA) koordiniert die Geheimdienste des US-Militärs. Sie hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 16 500 Mitarbeiter. Das Budget soll etwa 4,4 Milliarden Dollar betragen.

„Wir sind alle verwundbar. Sogar die Mächtigen unter uns“, schrieb der New Yorker Kurator Nato Thomson als Grußwort im Katalog. „Das scheint der Grundgedanke hinter den lächelnden Gesichtern der Arbeiten „Overexposed“ von Paolo Cirio zu sein.“ Cirio tue dabei nichts kompliziertes oder unvernünftiges. „Er zeigt vielmehr, was bereits existiert.“ Cirio fordere Transparenz ein.

Die Produktion der vierfarbigen Porträts habe teils mehrere Tage beansprucht, sagte Cirio. Mit einer von ihm entwickelten Technik (HD Stencils Graffiti) wurden die hochaufgelösten Fotos digital bearbeitet und über Laserverfahren auf Schablonen gebracht.

NSA-Affäre: De Maizière soll vor den Untersuchungsausschuss

NSA-Affäre

De Maizière soll vor den Untersuchungsausschuss

Die Opposition will in der NSA-BND-Affäre Innenminister de Maizière vor den Untersuchungsausschuss zitieren. Obowhl er bis 2009 als Kanzleramtschef den BND beaufsichtigte, will er von Spionageaffäre nichs gewusst haben.

Danach wurden die Pixel in bis zu vier Farben hintereinander aufgesprüht. „Die Aktion ist eine Mischung aus Street-Art und Pop-Art, sagte der in New York und London lebende Künstler.

Werke des 1979 in Turin geborenen Künstlers wurden bereits von namhaften Institutionen wie dem Victoria and Albert Museum in London oder dem Museum of Contemporary Art in Denver ausgestellt. Im vergangenen Jahr wurde Cirio von der Ars Electronica mit der Golden Nica ausgezeichnet.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×