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04.01.2007

07:01 Uhr

Vorbereitung für 2008

Verbissener Kampf um Bushs Erbe

VonMarkus Ziener

Erst vor wenigen Wochen wurde ein neuer US-Kongress gewählt, doch schon bringen sich die Kandidaten für den Kampf ums Weiße Haus in Stellung: Früher als sonst rüsten sich die USA für die Präsidentschaftswahlen 2008.

Schon in den kommenden Monaten positionieren sich die Präsidentschafts-Kandidaten für 2008.

Schon in den kommenden Monaten positionieren sich die Präsidentschafts-Kandidaten für 2008.

WASHINGTON. Selten hat ein Wahlkampf in den USA so früh begonnen. Doch auch nur selten stand so viel auf dem Spiel wie bei der Präsidentschaftswahl 2008. Denn zum ersten Mal seit 1952 treten weder der Präsident noch dessen Vize zur Wiederwahl an. George W. Bush wird seine zweite und letzte Amtszeit beendet haben; und Dick Cheney hat bereits definitiv ausgeschlossen, dass er sich um das Präsidentenamt bewirbt. Die Wahl in 2008 wird deshalb auf jeden Fall eine Neuorientierung bedeuten.

Angesichts der militärischen Operationen im Irak und in Afghanistan werden die Wahlen aber auch eine Abstimmung über diese beiden Kriege und über den Kampf gegen den Terror sein. "Vor allem der Krieg im Irak wird das Schlüsselthema sein", sagt Rita Hauser, Republikanerin, Rechtsanwältin und Beraterin des Weißen Hauses. Sie ist fest davon überzeugt, dass zum Wahltag Anfang November 2008 noch immer amerikanische Truppen im Irak stationiert sein werden. Jeder neue Präsident wird deshalb dieses Problem erben. "Und er wird versuchen, es so schnell wie möglich loszuwerden", sagt Hauser.

Viel wird davon abhängen, wie sich die Kandidaten zum Irak-Krieg positionieren. Bisher zeichnet sich nur in Umrissen eine Linie ab. So etwa beim republikanischen Spitzenbewerber John McCain. Der Senator aus Arizona will den Krieg nicht verloren geben. Er plädierte lange Zeit sogar für eine Aufstockung der Truppen und stand damit George W. Bush relativ nahe. Der dachte erst über einen Kurswechsel nach, als der äußere Druck immer mehr wuchs. Ansonsten aber verbindet McCain wenig mit Bush, seit sich beide im Jahr 2000 eine erbitterte Fehde im Kampf um die Nominierung für die Spitzenkandidatur der republikanischen Partei geliefert hatten.

McCain, der Jahre in nordvietnamesischer Gefangenschaft verbrachte, kann seine Argumente allerdings vor dem Hintergrund seiner eigenen Biografie authentisch in den Wahlkampf einbringen. So gilt der 70-jährige McCain, auch wenn er sich jetzt gegen einen Truppenabzug im Irak ausspricht, beileibe nicht als Politiker, der bei der Lösung von Konflikten vor allem auf den Einsatz von Gewalt setzt.

Hillary Clinton, der auf der Seite der Demokraten derzeit die größten Chancen eingeräumt werden, ist beim Thema Irak unentschieden. Weder tritt sie für einen Fahrplan zum Truppenabzug ein, wie das etwa ihr Parteifreund und möglicher Mitbewerber John Kerry aus Massachusetts fordert. Gleichwohl fordert auch sie vehement eine Kursänderung. Clinton weiß aber nur zu genau, wie schnell sie beim Thema Irak in die Falle laufen kann. Um Wahlen zu gewinnen, braucht die Senatorin nicht nur die Stimmen der Kriegsgegner, sondern auch jene der Mitte. Und dort finden sich viele, die den Krieg inzwischen als falsch betrachten, aber gleichzeitig dagegen sind, überstürzt die Flucht zu ergreifen.

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