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10.05.2013

07:28 Uhr

Vorsätzlicher Mord?

Staatsanwalt prüft Todesstrafe für Kidnapper von Cleveland

Tröpfchenweise wird immer mehr von dem Horror bekannt, dem die drei entführten Frauen in Cleveland ausgesetzt waren. Dazu gehören offenbar auch erzwungene Schwangerschaftsabbrüche. Die Staatsanwaltschaft spricht von vorsätzlichem Mord.

Das Haus in Cleveland, in dem die drei Frauen festgehalten wurden. ap

Das Haus in Cleveland, in dem die drei Frauen festgehalten wurden.

WashingtonDem mutmaßlichen Kidnapper der drei jungen Frauen in Cleveland droht möglicherweise die Todesstrafe. Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Timothy McGinty teilte am Donnerstag mit, dass er zusätzliche Anklagen gegen Ariel Castro wegen vorsätzlichen Mordes, versuchten Mordes und Körperverletzung anstrebe. Er bezog sich dabei auf Vorwürfe, nach denen Castro zumindest eine seiner Gefangenen mehrere Male gewaltsam zum Schwangerschaftsabbruch gezwungen haben soll, nachdem er sie vergewaltigt hatte.

Er werde „jeden Akt vorsätzlichen Mordes“ untersuchen, den der Angeklagte „begangen hat, indem er... Schwangerschaften abbrach“, sagte McGinty. Das Gesetz erlaube die Todesstrafe für Kriminelle, die im Zuge einer Entführung vorsätzlichen Mord begingen. Es war die erste offizielle Bestätigung von Berichten, nach denen zumindest eine Frau in der Gefangenschaft eine oder vielleicht sogar mehrere von dem Entführer herbeigeführte Fehlgeburten erlitt.

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Bei einer Mahnwache für eines seiner mutmaßlichen Opfer von Cleveland tröstete er deren Mutter. Nun gilt Ariel Castro offiziell als Hauptverdächtiger in dem Fall der nach zehn Jahren befreiten Frauen.

Mehrere Medien hatten unter Berufung auf Polizeiprotokolle nach ersten Vernehmungen der Frauen gemeldet, dass Ariel bei einer Entführten fünfmal einen Schwangerschaftsabbruch herbeigeführt habe - durch Nahrungsentzug und Tritte in den Leib.

Die drei Frauen - Amanda Berry, Gina DeJesus und Michelle Knight - waren am Montag nach etwa einem Jahrzehnt Gefangenschaft befreit worden. Knight befand sich auch am Donnerstag noch in einem Krankenhaus, während ihre Leidensgefährtinnen bereits am Mittwoch nach Hause zurückkehrten. Berry bracht ihre sechsjährige Tochter mit, die in der Gefangenschaft geboren wurde. Nach Medienberichten trug die Kleine nur eine Windel und ein schmutziges T-Shirt, als sie zusammen mit den Frauen befreit wurde.

Castro war am Mittwoch zunächst wegen Entführung und Vergewaltigung angeklagt worden. Nach Angaben der „New York Times“ wurden alle drei Frauen - damals Teenager - vom mutmaßlichen Täter auf derselben Straße in ein Auto gelockt. Eines der Opfer sei mit einer Tochter Castros befreundet gewesen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.05.2013, 08:56 Uhr

In solch einem Fall bin ich entschieden gegen die Todesstrafe, sie ist zu harmlos.

SlingShot

11.05.2013, 08:34 Uhr

Gefangene in den USA, die sich an Kinder vergangen haben, werden nicht alt im Gefaengnis. Das Leben wird fuer solche Verbrecher zur wahren Hoelle gemacht.

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