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30.07.2012

16:28 Uhr

Vorwurf: zwölffacher Mord

Justiz erhebt Anklage gegen Kino-Todesschützen von Colorado

Der mutmaßliche Amokläufer schweigt bislang. Im Prozess wird es nicht darum gehen, ob er geschossen hat, sondern unter welchen geistigen Bedingungen. Experten sind sich noch über den Geisteszustand uneinig.

Gedenken an die Opfer der Schießerei in Aurora. AFP

Gedenken an die Opfer der Schießerei in Aurora.

WashingtonDer mutmaßliche Kino-Todesschütze von Colorado kann sich seit Montag auf seinen Prozess vorbereiten. Bei der Verlesung der Anklage musste er nach US-Medienberichten damit rechnen, dass ihm die Staatsanwaltschaft zwölf Morde vorwirft. Zudem dürfte die Staatsanwaltschaft den 24-jährigen James Holmes wegen versuchten Mord in Dutzenden Fällen anklagen, berichtete der Fernsehsender ABC am Montag kurz vor der Anklageverlesung vor einem Bezirksgericht in Denver. Holmes, der schon vor einer Woche wortlos und geistig abwesend vor den Richtern erschienen war, wurde erneut im Gerichtssaal erwartet. Diesmal waren indes keine Kameras erlaubt.

Die Motive, die hinter der Tat stehen, liegen nach wie vor völlig im Dunkeln. Kaum ein anderer Amoklauf hatte die Amerikaner in den vergangenen Jahren derart erschüttert wie das Blutbad während einer „Batman“-Vorstellung. Zugleich wurden Stimmen nach strengeren Waffengesetzen laut.

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Die Staatsanwaltschaft hatte bereits erklärt, sie wolle prüfen, ob sie die Todesstrafe fordert. Im Zentrum des juristischen Ringens dürfte unterdessen die Frage stehen, ob der ehemalige Student überhaupt zurechnungsfähig ist.

Holmes soll bei einem Überfall auf ein Kino zwölf zumeist junge Zuschauer erschossen und weitere 58 verletzt haben. Außerdem hatte er nach Angaben der Polizei in seiner Wohnung Sprengfallen aufgestellt, die ebenfalls Menschen töten sollten. Er habe über Monate hinweg Waffen und Munition gesammelt, seine Tat erscheine daher sorgsam geplant. Das gilt als Mordmerkmal.

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