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27.02.2013

17:25 Uhr

Während der Frühstückspause

Drei Tote bei Amoklauf in der Schweiz

Ein Amokläufer hat in einer Schweizer Firma ein Blutbad angerichtet. Am Morgen hatte er unvermittelt in der Kantine das Feuer eröffnet und erst zwei Personen und dann sich selbst getötet.

In der Kantine des Unternehmens fielen die tödlichen Schüsse. Reuters

In der Kantine des Unternehmens fielen die tödlichen Schüsse.

GenfMit gezielten Schüssen hat ein Arbeiter in einer Schweizer Holzfabrik zwei Kollegen getötet und sieben weitere verletzt. Auch der 42-jährige Täter starb bei dem Amoklauf am Mittwochmorgen unweit von Luzern. „Er ist unter den drei Toten“, bestätigte der Chef der Luzerner Kripo, Daniel Bussmann. Zu Zeugenangaben, wonach sich der Mann selbst richtete, wollte er unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben machen. Die Gemeinde und das Unternehmen kündigten für diesen Donnerstag einen Trauergottesdienst an.

Die Schusswunden von fünf der sieben Verletzten wurden von Ärzten als schwer bezeichnet. Das Motiv für den Amoklauf blieb zunächst im Dunkeln. Kollegen und die Leitung des Unternehmens Kronospan in der Gemeinde Menznau berichteten, der Schütze sei seit mehr als zehn Jahren in dem Unternehmen tätig gewesen und habe bis zu dem verhängnisvollen Mittwochmorgen immer als ruhiger und unauffälliger Mitarbeiter gegolten.

Kurz vor 09.00 Uhr änderte sich das radikal: Während der Frühstückspause zog der 42-Jährige nach den Angaben von Kripo-Chef Bussmann „eine Faustfeuerwaffe, eine Pistole“. Er habe dann „gezielt“ auf Kollegen geschossen - zuerst in einer Werkstatt, dann im Verbindungsgang zur Kantine und schließlich in der Kantine selbst. Bussmann sagte, er sei erschüttert von der Brutalität der Tat. „Ich bin schon lange in diesem Beruf, aber so etwas hat man nicht alle Tage.“

Amokläufe in Unternehmen

27.02.2013

In einem Schweizer Holzunternehmen ist es zu einem Amoklauf gekommen. Es gab sechs Verletzte sowie drei Tote, darunter auch der Schütze. Er hatte das Feuer beim Frühstück in der Kantine eröffnet.

11.11.2012

Ein 37-jähriger Mitarbeiter einer Technologiefirma schoss im nordrhein-westfälischen Hilden auf dem Fabrikgelände mit zwei Pistolen um sich und verletzte mehrere Kollegen. Anschließend beging er Selbstmord.

22.11.2012

Drei Firmenchefs kamen bei einem Amoklauf in der Slowakei ums Leben. Der Schütze, ein 56 Jahre alter ehemaliger Geschäftsführer, stürmte in die Büroräume einer Maschinenbaufirma in der Stadt Zvolen und schoss um sich.

03.08.2010

Ein 34-jährige Angestellte kam zu einem vereinbarten Gespräch mit seinem Chef bewaffnet und schoss auf dem Gelände seines Arbeitgebers - ein Getränkelieferant - um sich. Dabei tötete er acht Kollegen und sich selbst.

12.07.2010

Ein Amokläufer erschoss in Albuquerque im US-Bundesstaat Neu-Mexiko fünf Menschen und tötete anschließend sich selbst. Der 37-Jährige war in ein Unternehmen gestürmt und hatte um sich gefeuert. Die Polizei fand am Tatort vier Leichen und sechs Schwerverletzte. Zwei der Schwerverletzten starben im Krankenhaus.

28.12.2000

Die Krise an den weltweiten Technologiebörsen war möglicherweise Auslöser eines Amoklaufes in einer Internet-Firma in Wakefield im US-Bundesstaat Massachusetts. Dort hatte ein schwer bewaffneter Mann sieben seiner Kollegen ermordet und sich dann widerstandslos von der Polizei festnehmen lassen. Der 42-jährige Michael McDermott fühlte sich nach Polizeiangaben von der US-Steuerbehörde (IRS) verfolgt, die ausstehende Beträge durch eine Lohnpfändung eintreiben wollte.

30.12.1999

In Tampa (Florida) erschoss ein 36-jähriger Hotelangestellter vier Kollegen und eine Autofahrerin, die sich weigerte, ihm auf der Flucht ihren Wagen zu überlassen.

02.11.1999

Ein 40-jähriger Techniker des Bürounternehmens Xerox erschoss auf Hawaii sieben Kollegen. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei ergab er sich.

05.08.1999

In Pelham (Alabama) drang ein 34-Jähriger in die Büros zweier Firmen ein und erschoss drei Angestellte. Bei beiden Betrieben hatte er zuvor gearbeitet. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

29.07.1999

In zwei Maklerbüros in Atlanta (Georgia) starben neun Menschen. Der Amokläufer (34) war ein Händler, der eine Million Mark Anlagekapital verlor.

Um was für eine Art Pistole es sich konkret handelte, wollte die Polizei nicht sagen. Auch zur Frage, ob die Waffe aus Armeebeständen stammte, gab es keine Auskunft. Angesichts der vielen in einer kurzen Zeitspanne abgegeben Schüsse und der schweren Wunden, wird weithin vermutet, dass der Täter aus mindestens einer automatischen Waffe schoss. In der Schweiz sind solche Waffen trotz vieler Bemühungen um gesetzliche Verbote und schärfere Kontrollen immer noch vergleichsweise leicht zu bekommen.

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