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31.01.2013

23:50 Uhr

Waffen-Debatte

Erneut Tote bei Schießereien in den USA

Die Erinnerung an die Amok-Tragödie in Newtown sind noch frisch, doch die Berichte von Schießereien wollen nicht aufhören. Die Ereignisse geben der Debatte über Waffenbesitz in den USA neuen Auftrieb.

Verglichen mit der Tragödie in Newtown, ging die Schießerei in Atlanta glimpflich aus. Verletzt wurde ein 14-jähriger Junge. Doch der Schock bei Eltern und Schülern sitzt tief. dapd

Verglichen mit der Tragödie in Newtown, ging die Schießerei in Atlanta glimpflich aus. Verletzt wurde ein 14-jähriger Junge. Doch der Schock bei Eltern und Schülern sitzt tief.

Washington/AtlantaAbermals ist eine US-Schule zum Schauplatz einer Schießerei geworden. Ein Bewaffneter habe am Donnerstag vor einer Mittelschule in Atlanta das Feuer auf einen 14-jährigen Schüler eröffnet und ihn dabei am Kopf verletzt, teilte die Polizei mit.

Der angeschossene Junge wurde in eine nahegelegene Klinik gebracht, befindet sich den Angaben zufolge aber in stabilem Zustand. Zudem sei ein Lehrer vor Ort wegen leichter Schnittverletzungen behandelt worden, hieß es weiter. Der Tatverdächtige, bei dem es sich um einen ehemaligen Schüler handelt, wurde festgenommen.

Die USA und die Waffen

Undurchsichtige Rechtslage

Im Zweiten Zusatzartikel zur Verfassung ist das Recht auf privaten Waffenbesitz verbrieft. Dort heißt es: "Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Die Frage, wie weit dieses Recht reicht und welchen Beschränkungen es unterworfen werden darf, ist Gegenstand kontroverser Debatten.

Seit 1993 steht etwa eine Überprüfung von Waffenkäufern im Bundesrecht. Verurteilte Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige dürfen demnach keine Schusswaffen erwerben. Ein im Folgejahr erlassenes Verbot halbautomatischer Gewehre wurde dagegen 2004 nicht verlängert. Dazu kommt ein Dschungel an Gesetzen und Verordnungen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen. Immer wieder landeten regionale Beschränkungen für Waffenerwerb und -besitz dabei vor dem Obersten Gerichtshof, der in Grundsatzurteilen 2008 und 2010 ein Recht auf private Waffen anerkannte.

Zahl der Schusswaffen

Mehreren Studien zufolge sind in den USA bis zu 300 Millionen Schusswaffen im Privatbesitz - das entspricht fast einer Waffe pro Einwohner. In einer Erhebung des Gallup-Instituts aus dem vergangenen Jahr gaben 47 Prozent der Befragten an, in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe zu leben. Jeder dritte US-Bürger ist demnach selbst Waffenbesitzer.

Die Waffenschmieden des Landes produzierten im Jahr 2011 knapp 2,5 Millionen Pistolen, 573.000 Revolver sowie mehr als drei Millionen Gewehre, wie die Statistiken der Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) zeigen. In den USA gibt es fast 130.000 lizensierte Waffenhändler.

Opfer durch Waffengewalt

Mehr als 30.000 Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen - darunter sind mehr als 12.000 Morde. Die Anti-Waffen-Lobbyisten der Brady Campaign geben in ihrer Berechnung aus dem Jahr 2011 an, dass 270 Menschen täglich durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden. Darunter seien auch 38 verletzte und acht getötete Minderjährige. Nach Angaben der Bundespolizei FBI wurden im vergangenen Jahr 68 Prozent aller Morde mit Schusswaffen verübt.

Auf TV-Bildern war zu sehen, wie unmittelbar nach den Schüssen ein Schwarm von Polizisten das Schulgebäude im Zentrum von Atlanta umstellte. Derweil wartete eine Gruppe verängstigter Eltern in Sorge um ihre Kinder auf der Straße. Den Polizeiangaben zufolge kam kein weiterer Schüler zu Schaden.

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Tödlich ging eine Schießerei vor einem Gericht in Texas aus. Der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt eines Countys in Dallas wurde laut Lokalsender WFAA TV vor dem Gerichtsgebäude erschossen. Die Ermittler verfolgten zwei Verdächtige.

Gestern eskalierte ein Schlichtungstermin in Phoenix. Ein 70-jähriger Mann hatte sich im Streit über ausstehende Zahlungen für seine Renovationsarbeiten seinen ehemaligen Auftraggeber erschossen und einen Anwalt verletzt. Heute hat sich der Schütze offenbar selbst gerichtet.

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Jeden Monat sterben rund 900 Menschen in den USA bei Schießereien, etwa 11 000 pro Jahr. Bei einem Amoklauf in einer Grundschule in Newtown hatte ein junger Mann Mitte Dezember 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen, bevor er sich selbst tötete. US-Präsident Barack Obama forderte den Kongress daraufhin auf, schärfere Waffengesetze zu verabschieden.

Der Senat begann am Mittwoch mit den Beratungen über eine Gesetzesinitiative der Demokraten. Dem Entwurf zufolge würde die Herstellung, die Einfuhr und den Verkauf von mehr als 150 verschiedenen meist halbautomatischen Waffen untersagt.

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Kommentare (1)

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HP76

01.02.2013, 07:32 Uhr

Diese Seite sammelt die Todesopfer durch Schusswaffen seit Newtown:
http://www.slate.com/articles/news_and_politics/crime/2012/12/gun_death_tally_every_american_gun_death_since_newtown_sandy_hook_shooting.html

Da kann mann nur noch *kopfschüttel*

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