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12.08.2011

19:22 Uhr

Wagen entgleist

Tote und Verletzte bei Zugunglück in Polen

Es sollte eine Reise ins lange Wochenende werden, doch Dutzende polnische Bahnreisende müssen den Kurzurlaub im Krankenhaus beenden: Ein Schnellzug entgleiste auf der Strecke Warschau-Kattowitz.

Entgleiste Wagons des Passagier-Zuges von Warschau nach Kattowitz. Quelle: dpa

Entgleiste Wagons des Passagier-Zuges von Warschau nach Kattowitz.

WarschauBei einem Zugunglück in Polen sind am Freitag bis zu vier Menschen ums Leben gekommen und etwa 45 Reisende verletzt worden. Mindestens 30 Verletzte mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Während die Polizei von vier Toten sprach, bestätigte die Feuerwehr zunächst nur einen toten Reisenden. Rettungskräfte schlossen nicht aus, dass die Zahl der Toten noch steigen könne.

„Fast alle Wagen entgleisten, der erste Wagen wurde völlig zerstört“, sagte ein Passagier dem Nachrichtensender TVN 24. „Im ersten Wagen ist fast jeder Reisende verletzt.“ Es habe vor dem Unglück einen gewaltigen Ruck gegeben, der Lokführer habe noch zu bremsen versucht. Der Zug war überfüllt, sagte der Augenzeuge, dem der Schreck noch deutlich anzuhören war.

Zur Unglücksursache war auch am Abend nichts bekannt. Ein Bahnsprecher kündigte an, dass eine Sonderkommission das Unglück untersuchen soll. In dem Zug seien 280 Reisende unterwegs gewesen - damit war der Zug mit insgesamt 286 Sitzplätzen nahezu voll besetzt. Knapp zwei Stunden nach Fahrtbeginn entgleisten die Lokomotive und alle vier Waggons des Zugs auf der Strecke zwischen Warschau und Kattowitz. Auch am Abend waren Rettungshubschrauber und Feuerwehrleute noch im Einsatz, um Verletzte zu versorgen. Auch Psychologen und Seelsorger waren vor Ort.

Ministerpräsident Donald Tusk wollte am Abend ebenfalls zum Unglücksort kommen, um mit Rettungsteams und Überlebenden zu sprechen. Da der Zug zwischen zwei Ballungszentren verkehrte und viele Polen das durch den katholischen Feiertag Maria Himmelfahrt verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub nutzen, herrschte am Freitag Nachmittag auf Straßen und Bahnhöfen lebhafter Verkehr.

Von

dpa

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