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08.08.2016

13:56 Uhr

Wassermangel auf Mallorca

Reichen die Reserven für die Rekordsaison?

Die Wasserreserven auf Mallorca stehen auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Zwar ist in den Touristenhochburgen die Lage noch im grünen Bereich, doch manch einer blickt bereits mit Sorge auf Ende August.

Der Stausee Gorg Blau auf Mallorca gab schon zu Beginn diesen Jahres ein klägliches Bild ab. dpa

Wasserknappheit auf Mallorca

Der Stausee Gorg Blau auf Mallorca gab schon zu Beginn diesen Jahres ein klägliches Bild ab.

Palma de MallorcaEin Tanklaster bringt täglich zehn Tonnen Leitungswasser nach Estellencs, um die Wasserspeicher des kleinen Dorfes an der Nordwestküste Mallorcas aufzufüllen. Zudem hat das Rathaus den Maximalverbrauch pro Haushalt und Tag auf 300 Liter beschränkt und den Bürgern verboten, Trinkwasser zum Befüllen von Pools und zum Gießen der Gärten zu verwenden.

„Das kontrollieren wir auch, und wer sich wiederholt nicht dran hält, dem drehen wir das Wasser ab“, sagt Bürgermeister Bartomeu Jover. Dank dieser Maßnahmen sei die Wasserversorgung weiterhin gewährleistet. Aber irgendwann im August „wird es mancherorts unangenehm werden“, befürchtete jüngst der Rathauschef.

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Lange kündigten die mallorquinischen Behörden ein strenges Vorgehen gegen Sauftouristen an. Nun machen sie offenbar ernst. Wer in der Öffentlichkeit trinkt oder grölt, muss mit Geldbußen rechnen – bis zu 3000 Euro.

Wenig später schlug die Regierung der Balearen für das Innere Mallorcas Alarm: Nach einer Art Vorwarnung im Juni wurde dieser Tage wegen der anhaltenden Trockenheit die Warnstufe „Alerta“ ausgegeben. Auf der erst im Frühjahr eingeführten vierstufigen Warnskala folgt nur noch die „Emergencia“, der Notstand.

Dass Wasser auf der spanischen Urlaubsinsel jetzt ein besonders kostbares Gut ist, liegt daran, dass es im Winter kaum geregnet hat und sich die Grundwasserreserven nicht erholen konnten. Im Juli waren sie im Schnitt nur mehr zu 44 Prozent gefüllt, der Pegel war damit so tief gesunken, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Auch die zwei Stauseen im Tramuntana-Gebirge, der Gorg Blau und der Embalse de Cúber, die etwa ein Drittel des Leitungswassers für die Inselhauptstadt Palma bereitstellen, geben ein klägliches Bild ab.

Die Urlaubermassen, die in der angelaufenen Rekordsaison über die Insel hereinbrechen, dürften die Wasservorräte weiter schrumpfen lassen. Ein Tourist verbraucht schließlich im Schnitt 440 Liter Wasser, gut drei Mal so viel wie ein Einheimischer, hat Iván Murray, Geograf an der Balearen-Universität, errechnet.

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