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07.04.2006

12:39 Uhr

Wassermassen kommen viel schneller als erwartet

Katastrophenalaram in zwei weiteren Landkreisen

Die Hochwasserlage an der Elbe hat sich in Norddeutschland weiter verschärft. Der Strom stieg in der Nacht zu Freitag in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg weiter an. Die niedersächsischen Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg lösten am Freitagmittag Katastrophenalarm aus.

Auf Hilfe wartet am Freitag diese Frau in ihrem Haus in Hitzacker im Kreis Lüchow-Dannenberg an der Elbe. Weil der Strom abgestellt wurde, kann sie ihrem Sohn kein warmes Essen mehr zubereiten. Drei Viertel der Altstadt stehen bereits unter Wasser. Foto: dpa

Auf Hilfe wartet am Freitag diese Frau in ihrem Haus in Hitzacker im Kreis Lüchow-Dannenberg an der Elbe. Weil der Strom abgestellt wurde, kann sie ihrem Sohn kein warmes Essen mehr zubereiten. Drei Viertel der Altstadt stehen bereits unter Wasser. Foto: dpa

HB HITZACKER/LÜNEBURG/DRESDEN. Bei Katastrophenalarm kann die Bundeswehr zur Unterstützung angefordert werden. Außerdem können die Behörden Bewohner zum Verlassen ihrer Häuser zwingen oder Bürger als Helfer zwangsverpflichten.

Kritisch ist die Lage weiter in der bereits teilweise überflüteten Stadt Hitzacker. Entlang der Elbe waren in mehreren Bundesländern erneut Tausende Helfer im Einsatz, um mit Unterstützung der Bundeswehr die Deiche zu kontrollieren und Sickerstellen abzudichten.

In Hitzacker war die Elbe nach Angaben der niedersächsischen Hochwasser-Zentrale am Freitagmorgen auf 7,43 Meter gestiegen. Der Höchststand werde am Samstag bei 7,70 Meter erwartet, sagte ein Sprecher. Das wären 20 Zentimeter mehr als bei der Flut vom Sommer 2002, die als Jahrhunderthochwasser bezeichnet worden war. In der Stadt wurden Laufstege errichtet, damit die Menschen weiter in ihre Häuser gelangen können. Zahlreiche Einsatzkräfte schichteten Sandsäcke auf, um Häuser gegen eindringendes Wasser abzusichern. Die Altstadt steht bereits unter Wasser. Sorgen bereitete den Behörden auch ein etwa zehn Kilometer langer Deichabschnitt im Gebiet um die Ortschaft Amt Neuhaus.

Schneller und höher als erwartet ist das Hochwasser der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern gestiegen. Bei einem Pegelstand von 6,50 Metern in Dömitz und 6,35 Metern in Boizenburg rief der Landkreis Ludwigslust am Freitag die Alarmstufe IV aus, wie ein Sprecher des Krisenstabes mitteilte. Das sei die höchste Stufe vor Ausrufung des Katastrophenfalls. Am Sonntag wird nach Vorhersagen mit einem Pegelstand von 6,65 Metern wohl die Rekordmarke des Jahrhunderthochwassers von 2002 in Dömitz um acht Zentimeter übertroffen.

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