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12.04.2012

03:39 Uhr

Wegen Mordes

Todesschütze von Florida wird angeklagt

Der Tod eines schwarzen US-Teenagers hat eine Debatte über Rassismus und laxe Waffengesetze in den USA ausgelöst. Jetzt muss sich der Mann, der einen Afro-Amerikaner erschossen hat, vor Gericht verantworten.

Todesschütze von Florida angeklagt

Video: Todesschütze von Florida angeklagt

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WashingtonSechs Wochen nach den Todesschüssen auf einen unbewaffneten schwarzen Teenager hat die US-Justiz den mutmaßlichen Täter angeklagt. Der 28-jährige George Zimmerman müsse sich wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz (second degree murder) verantworten, sagte die Sonderermittlerin der Staatsanwaltschaft, Angela Corey, am Mittwochabend (Ortszeit). Zimmerman habe sich gestellt und sei bereits in Haft.

Protest und Trauer: Unterstützer des erschossenen Trayvon Martin. Reuters

Protest und Trauer: Unterstützer des erschossenen Trayvon Martin.

Zimmerman - ein Latino - soll den 17-jährigen Trayvon Martin Ende Februar erschossen haben. Der 28-Jährige, der an seinem Wohnort in Florida freiwillig auf Sicherheitspatrouille ging, beruft sich auf Notwehr. Der Teenager, der sich nach einem Einkauf auf dem Weg nach Hause befand, war allerdings unbewaffnet. Die Polizei ließ Zimmerman laufen und berief sich dabei auf das "Stand Your Ground"-Gesetz (Weiche nicht zurück), das den Bürgern in Florida ein besonders weitgehendes Recht auf Selbstverteidigung einräumt.

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Der Anwalt von Martins Familie warf Zimmerman dagegen vor, den Jugendlichen "kaltblütig" ermordet zu haben. Auch Medien spekulierten, es könnten rassistische Motive hinter der Tat stecken. Der Fall hatte landesweite Empörung ausgelöst, weil die Polizei zunächst nicht gegen Zimmerman ermittelt hatte.

Martins Eltern hatten den Fall mit einer Online-Kampagne an die Öffentlichkeit gebracht. Sie warfen den Behörden vor, den Fall nicht angemessen untersucht zu haben, weil ihr Sohn schwarz und der Schütze weiß gewesen seien.

Der Fall führte zu einer heftigen Debatte über laxe Waffengesetze und Rassismus im US-Justizsystem, in die sich auch Präsident Barack Obama einschaltete. Zehntausende Menschen hatten bei Demonstrationen die Festnahme Zimmermans gefordert, der bis heute auf freiem Fuß war. Am Dienstag noch erklärten Zimmermans Anwälte, ihr Mandat niederzulegen, weil sie den Kontakt zu ihrem Mandanten verloren hätten.

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