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24.04.2014

17:56 Uhr

Wegen „Nazi“-Äußerungen

Heino zeigt Popstar Jan Delay an

Nachdem Pop-Musiker Jan Delay Volksmusiker Heino als „Nazi“ bezeichnet hatte, stellt dieser jetzt Strafanzeige gegen seinen Kollegen. Delay hatte auf Liedtexte Heinos und einen Auftritt im aparten Südafrika verwiesen.

Schwarzbraun ist der Heino? Der Volksmusiker will sich nicht als Nazi bezeichnen lassen. dpa

Schwarzbraun ist der Heino? Der Volksmusiker will sich nicht als Nazi bezeichnen lassen.

BerlinVolksmusiker Heino geht wegen der Bezeichnung als „Nazi“ gegen den Hamburger Sänger Jan Delay vor. „Wir haben gegen Jan Delay Strafanzeige wegen des Verdachtes der Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt“, sagte Heinos Rechtsanwalt Ulrich Poser der „Bild“-Ausgabe vom Donnerstag.

Jan Delay hatte sich in einem Interview mit der österreichischen Zeitung „Die Presse“ über Heino geäußert. Auf die Frage nach Heinos Cover-Versionen von Liedern anderer Künstler und dessen Auftritten mit der Band „Rammstein“ sagte er: „Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden.“ Heino hatte auch ein Lied von Jan Delay in einer Volksmusikversion neu vertont und eingespielt.

Zur Begründung verwies Jan Delay, der mit der HipHop-Band „Absolute Beginner“ bekannt wurde und später eine erfolgreiche Solokarriere startete, unter anderem auf einen früheren Auftritt Heinos während der Apartheid in Südafrika sowie dessen Lieder wie „Schwarzbraun ist die Haselnuss“. Er fügte hinzu: „Es ist schrecklich, wenn so jemand einen Song von dir singt.“

Jan Delay gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen deutschen Künstlern. Kürzlich veröffentlichte der frühere Rapper mit der markanten Näsel-Stimme sein erstes Rockmusik-Album. Der 38-Jährige ist für politische und gesellschaftskritische Statements bekannt. Vor wenigen Monaten gehörte er zu den Mitunterzeichnern eines öffentlichen Aufrufs von Promis zur stärkeren Besteuerung von Reichtum.

Heino sieht sich nicht zum ersten Mal mit Vorwürfen konfrontiert, er stehe politisch eventuell rechts. Erst im vergangenen Jahr sorgte eine Interview-Äußerung von ihm für größeres Aufsehen. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hatte er gesagt: „Aber noch bin ich ja hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie ein Windhund.“ Die Wendung ist ein Zitat aus einer Rede Adolf Hitlers. Sein Management erklärte, ihm sei der „historische Zusammenhang“ nicht bewusst gewesen.

Heinos Anwalt sagte der „Bild“ zu dem aktuellen Vorfall, er fordere von Delay außerdem die Abgabe einer Unterlassungserklärung sowie eine Geldentschädigung, die Heino spenden werde. Heino selbst sagte der Zeitung: „Ich bin in meinem Leben ja schon viel beschimpft und beleidigt worden, aber was sich dieser Herr herausnimmt, ist eine Unverschämtheit.“

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.04.2014, 19:41 Uhr

Hat nicht Heino selbst in den 80er Jahren in einem Interview gesagt:" ja, ich bin ein Neonazi!" Ich hatte dies doch seinerzeit im TV selbst gesehen!

Account gelöscht!

25.04.2014, 10:56 Uhr

Dass Heino der stramm konservativen Ecke im politischen Spektrum zuzuordnen ist, kann man als richtig unterstellen. Wenn er dann noch so Dummheiten macht, wie Konzerte in Südafrika zu geben, das seinerzeit weltweit wegen der Apartheidspolitik geächtet war halte ich intelligente Satire wie zum Beispiel im Otto-Film (Schwarz-Braun ist die Haselnuss .. schwarz-braun, schwarz-braun, schwarz-braun) für völlig angemessen.

Dümmliche, plumpe Beleidigungen wie von Jan Delay, die nur darauf aus sind, Aufmerksamkeit zu erregen, sollten bestraft werden

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