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03.11.2012

08:07 Uhr

Wegen "Sandy"-Folgen

New Yorker Marathon nun doch abgesagt

Enttäuschung für Sportfreunde: Bürgermeister Bloomberg hat den New-York-Marathon abgesagt. Die Probleme, mit der die Stadt nach Wirbelsturm "Sandy" noch immer zu kämpfen hat, sind einfach zu groß.

Der New-York-Marathon wurde abgesagt. dapd

Der New-York-Marathon wurde abgesagt.

New YorkNur 35 Stunden vor dem Startschuss ist der New-York-Marathon für diesen Sonntag abgesagt worden. „Wir möchten nicht, dass eine Wolke über dem Lauf oder seinen Teilnehmern hängt“, erklärten New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und Veranstaltungschefin Mary Wittenberg am Freitag in New York. Zuvor hatte es scharfe Kritik gegeben, weil der Lauf nur wenige Tage nach dem Wirbelsturm „Sandy“ mit fast 100 Toten geschmacklos sei und zu viele Kräfte binde.

„Wir können keine Kontroverse über ein sportliches Ereignis zulassen, die die Aufmerksamkeit ablenken würde von all der wichtigen Arbeit, um New York wieder aufzubauen und unsere Stadt wieder in die Spur zu bringen“, heißt es in der kurzen Erklärung. Gleichzeitig wurde der seit 1970 jährlich stattfindende Lauf als „integraler Teil des Lebens dieser Stadt“ gewürdigt.

„Das war eine unglaublich schwere Entscheidung“, sagte Organisationschefin Mary Wittenberg. „Aber Läufer aus der ganzen Welt haben Monate für dieses Ereignis trainiert. Dass sie sich jetzt die Kritik zuziehen würden, wäre nicht fair.“

New Yorks stellvertretender Bürgermeister Howard Wolfson sagte, dass über eine Verlegung gesprochen worden sei. „Wir haben das diskutiert. Wir haben auch über eine verkürzte Route diskutiert, etwa eine Zehn-Meilen-Strecke. Aber das wäre nicht unser Marathon.“ Zum New-York-Marathon gehöre es, dass er durch alle fünf Stadtteile führe. „Es tut mir leid für alle Läufer, die sich auf dieses Ereignis gefreut haben. Bitte kommen Sie nächstes Jahr wieder.“

Der Marathon habe aus der Schusslinie genommen werden müssen, sagte Wolfson. „Wenn zwei New Yorker zusammen sind, haben sie drei Meinungen. So sind wir, wir streiten gern. Das gilt nicht beim Marathon. Ich kenne niemanden, der ihn nicht liebt. Das schien sich gerade zu ändern und das durften wir nicht zulassen.“ Die Diskussion sei schmerzvoll gewesen. „Und Schmerz hat New York diese Woche schon genug gehabt.“

„Der Marathon hat unsere Stadt immer zusammengebracht und uns inspiriert mit seinen Geschichten des Mutes und der Entschlossenheit“, hieß es weiter. In der Tat hatte der Lauf jedes Jahr stattgefunden - auch 2001, nur wenige Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Für dieses Jahr wurden 47 000 Läufer und zwei Millionen Schaulustige erwartet. Dabei ist der Lauf mehr als ein Sportereignis: Tausende Läufer sind zum Beispiel in Kostümen unterwegs.

Kommentare (1)

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Nichtlaeufer

03.11.2012, 13:01 Uhr

Die Diskussion um den Marathon ist pervers und zeigt wie weit die beteiligten Journalisten und Politiker von den Menschen entfernt sind. Übrigens gibt es den Marathon erst seit 1970. Der Marathon und seine Läufer mußten geschützt werden? ??? Dieses Argument ist völlig krank, während Tausende obdachlos geworden sind und Millionen noch keinen Strom haben.
Hätte man den Marathon wirklich als Benefitzlauf starten lassen wollen, hätte man ihn sicher auch problemlos in einen nicht betroffenen Bundesstaat verlegen können. Aber dann hätte man ja einen möglichen Konkurrenten geweckt und andere Unternehmen am großen Kuchen beteiligen müssen.
Man muß sich wirklich fragen, ob die USA noch ein Industrieland sind. Der Hurrican war angekündigt und ist keineswegs der erste Hurrican, der Schäden anrichtet. Die amerikanische Krisenvorsorge und Infrastruktur scheint auf dem Stand eines Entwicklungslandes. Leider sähe es bei uns auch nicht besser aus, wenn wir uns die letzten Winter vergegenwärtigen.

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