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23.11.2014

21:43 Uhr

Wegen Spielzeugwaffe

US-Beamte erschießen Jugendlichen

Der Fall lässt viele sprachlos zurück: Weil er mit einer Spielzeugwaffe hantiert hatte, wurde ein Junge in den USA von Polizisten erschossen. Diese wussten angeblich nicht, dass Augenzeugen von einer Attrappe ausgingen.

Wegen einer Spielzeugpistole

USA: Zwei Polizisten erschießen 12-jährigen Jungen

Wegen einer Spielzeugpistole: USA: Zwei Polizisten erschießen 12-jährigen Jungen

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WashingtonPolizisten in der US-Stadt Cleveland (Ohio) haben einen 12-Jährigen erschossen, nachdem der Junge nach einer Druckluft-Spielpistole gegriffen hatte. Der Polizei zufolge ähnelte sie einer halbautomatischen Waffe. Ein orangefarbenes Zeichen, dass sie als ungefährlich ausgewiesen hätte, sei abgekratzt gewesen. Die Polizei leitete eine Untersuchung ein, die beiden Beamten wurden vorläufig beurlaubt.

Ein Augenzeuge hatte die Polizei nach deren eigenen Angaben am Samstag alarmiert und von einer Person berichtet, die auf dem Spielplatz eines Freizeitzentrums eine Waffe auf andere Menschen richte. Zwei Beamte hätten den Verdächtigen dann gestellt und ihn aufgefordert, die Hände hoch zu nehmen. Er habe das nicht befolgt und stattdessen in seinen Hosenbund gegriffen, um seine Waffe zu ziehen. Daraufhin hätten die Beamten geschossen und ihn im Bauch getroffen.

Der Zeitung „Plain Dealer“ zufolge, die sich auf einen Polizeivertreter berief, starb der Junge am Sonntag in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen. Wie es weiter hieß, hatte der Augenzeuge in seinem Anruf bei der Polizei darauf hingewiesen, dass die Waffe „wahrscheinlich nicht echt“ und die Person „wahrscheinlich ein Jugendlicher“ sei. Das sei den beiden Polizeibeamten aber nicht kommuniziert worden, zitierte das Blatt den Chef der Vereinigung der Streifenpolizisten in Cleveland, Jeff Follmer. Einer der beiden Beamten war offenbar erst seit weniger als einem Jahr im Dienst.

Von

afp

Kommentare (4)

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Herr Torsten Steinberg

24.11.2014, 09:02 Uhr

Während man nach dem Massaker in Newton kurzfristig der Illusion verfallen konnte, dass endlich in den USA eine vernünftige Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze in Gang kommen würde, hat in der Folgewoche nach dem Massaker gerade der Bundesstaat Ohio die Gesetze zum Tragen von Schusswaffen noch einmal gelockert. Im Durchschnitt befinden sich in den USA mehr als eine Schusswaffe pro Einwohner in Privatbesitz. Wer glaubt dann, dass es so etwas wie Spielzeugwaffen überhaupt noch gibt? Verständlich, dass in so einem Umfeld schnell Situationen enstehen können, wie diese, die jetzt zum Tod eines Jugendlichen in Cleveland/Ohio geführt haben. Besonders, da es immer wieder zum Schusswaffengebrauch durch immer jüngere Täter kommt, erscheint mir die Reaktion der Polizisten nicht sonderlich verwerflich, vorausgesetzt natürlich, dass die Schilderung des Tathergangs, dass der Jugendliche die Dummheit begangen haben soll, nach seiner "Waffe" zu greifen, anstatt durch Heben der Hände seine Ungefährlichkeit zu demonstrieren, zutreffend ist. In Deutschland leben wir zum Glück in einer Zivilgesellschaft, die derartige Vorfälle viel schwieriger und seltener vorstellbar macht, obwohl es auch hier schon sehr bedauerliche Ausnahmen gegeben hat.

Herr Teito Klein

24.11.2014, 12:02 Uhr

Polizisten erschossen 12-Jährigen
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Auf die Aufforderung der Polizei, die Hände zu heben, reagierte er nicht.
Stattdessen zog er die Waffen.
Die Polizisten schossen auf ihn.
Er erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Wer ist jetzt schuld? Die Polizisten oder der Junge?
In den USA sind Amokläufer an der Tagesordnung.

Herr Rudolf Dax

24.11.2014, 15:43 Uhr

Kann man von einem 12-jährigen schon rationales Denken verlangen, noch dazu in einer solch speziellen Situation? Ich habe meine Zweifel!

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