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02.09.2014

15:55 Uhr

Weitere Person verdächtigt

Ermittlungen in Achenbach-Affäre ausgeweitet

In der Affäre um den Kunstberater Helge Achenbach wirft die Staatsanwaltschaft einem früheren Geschäftspartner Achenbachs gemeinschaftlichen Betrug vor. Er soll „wissentlich“ an Kommissionsgeschäften mitgewirkt haben.

Kunstberater Helge Achenbach sitzt wegen Betrugsvorwürfen seit Juni in Untersuchungshaft. dpa

Kunstberater Helge Achenbach sitzt wegen Betrugsvorwürfen seit Juni in Untersuchungshaft.

DüsseldorfIn der Affäre um den Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt auch gegen dessen früheren Geschäftspartner. Dem Verdächtigen, mit dem Achenbach in der inzwischen aufgelösten Beratungsfirma „Berenberg Art Advice“ zusammengearbeitet hatte, werde gemeinschaftlicher Betrug vorgeworfen, teilte die Essener Oberstaatsanwältin Anette Milk am Dienstag mit. Er soll zusammen mit Achenbach „wissentlich“ an Kommissionsgeschäften mitgewirkt haben, bei denen Geldanlegern höhere Einkaufspreise vorgegaukelt worden seien als die tatsächlich verauslagten Preise.

Achenbach, einer der bekanntesten Kunstberater Deutschlands, sitzt wegen der Betrugsvorwürfe seit Juni in Untersuchungshaft. Auslöser war eine Strafanzeige der Familie des 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht. Diese fordert in einem Zivilprozess 19,4 Millionen Euro Schadenersatz von Achenbach und zwei seiner Kunstberatungsfirmen, die in Insolvenzverfahren befinden.

Eine Anzeige gegen den zweiten Verdächtigen liege nicht vor, teilte Milk weiter mit. Der Verdacht habe sich aus den sichergestellten Unterlagen ergeben. Es gehe um drei Geschäfte mit zwei Geldanlegern. Der beschuldigte Ex-Geschäftspartner Achenbachs äußerte sich überrascht von der Vorladung der Staatsanwaltschaft. Er habe sich „nichts vorzuwerfen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Die Privatbank Berenberg hatte die Kunstberatungssparte aufgelöst und sich von Achenbach und seinem Partner getrennt, nachdem Unregelmäßigkeiten bei den Geschäften Achenbachs mit dem Pharma-Unternehmer Christian Boehringer aufgeflogen waren. Achenbach hatte Boehringer daraufhin entschädigt. Nach der Albrecht-Familie hatten auch die Unternehmerbrüder Viehof aus Mönchengladbach hatte eine Anzeige gegen Achenbach eingereicht.

Der Zivilprozess gegen Achenbach im Fall der Schadensersatzklage der Albrecht-Familie ist für den 11. November angesetzt. Im laufenden Strafverfahren gegen Achenbach wird bis Ende des Jahres mit einer Anklage gerechnet.

Von

dpa

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