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22.01.2010

10:26 Uhr

Weltgemeinschaft berät

Marshall-Plan für Haiti

Nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti will die Weltgemeinschaft mit einer Art Marshallplan helfen. Unterdessen wächts die Hilfswelle weiter an, aber auch die Zahl der Todesopfer steigt von Tag zu Tag.

ap

HB PORT-AU-PRINCE/NEW YORK/HAMBURG. Die Erdbebenopfer in Haiti erhalten neun Tage nach der Katastrophe endlich internationale Hilfe. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hält die Anfangsprobleme der Helfer für überwunden. Bei einem Gottesdienst für die zehntausenden Toten am Mittwoch (Ortszeit) in New York sagte Ban: „Ich weiß, dass es in den ersten Tagen gewisse Verzögerungen gab. Aber mittlerweile haben wir ein sehr effektives System aufgebaut, um Engpässe zu umgehen.“ Auch das Rote Kreuz erklärte, Hilfe komme nun an. Am Donnerstag erreichte ein erster Frachter mit Hilfsgütern den Hafen der Hauptstadt Port-au- Prince. Zwei neue Nachbeben der Stärke 4,8 und 4,9 versetzten allerdings erneut viele Menschen in dem Karibikstaat in Panik.

Am Mittwoch waren bei einem anderen schweren Nachbeben der Stärke 6,1 nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 20 Menschen ums Leben gekommen, als ein bereits beschädigtes Gebäude über ihnen zusammenbrch. Helfer aus aller Welt arbeiten dennoch weiter rund um die Uhr bis zur völligen Erschöpfung. Russland entsandte acht weitere Ärzte und 15 Tonnen Medikamente, Nahrungsmittel und technische Geräte, sagte eine Sprecherin des Zivilschutzministeriums. Bisher arbeiten in Haiti 159 russische Ärzte, Psychologen und Retter.

Immer noch finden Retter Überlebende des Jahrhundertbebens der Stärke 7,0, bei dem womöglich bis zu 200 000 Menschen starben. So konnten spanische Helfer eine 14-Jährige aus den Trümmern retten. UN- Nothilfekoordinator John Holmes zufolge sind bisher mehr als 120 Überlebende geborgen worden. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin werden noch drei Deutsche vermisst. Vermutlich starben demnach drei Bundesbürger, von denen zwei noch identifiziert werden mussten.

Das Deutsche Rote Kreuz schickt am Donnerstag und Freitag von Berlin aus zwei weitere Hilfsflüge mit einem mobilen Hospital nach Haiti. Dort nahm bereits eine DRK-Gesundheitsstation die Arbeit auf.

Pro Tag können in der im Osten von Port-au-Prince in Delmas stehenden Station 250 Patienten behandelt werden. „Es ist sehr gut zu sehen, dass die Hilfe beginnt, bei den Opfern anzukommen“, zitierte das Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seinen Chef der Haiti- Operationen, Riccardo Conti. Wasser sei an vielen Ausgabestellen in der ganzen Stadt verfügbar, betonte er. Nach UN-Angaben landen nun täglich 150 Flugzeuge in Port-au-Prince. Lufthansa Cargo und das Technisches Hilfswerk (THW) kündigten für Montag einen Sonderflug mit rund 75 Tonnen Hilfsgütern für Haiti an.

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