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09.12.2013

13:53 Uhr

Weltweit größtes Backwerk

Essbares Dorf: Wohin man sieht nur Lebkuchen

Mit Lebkuchen, Zuckerguss und säckeweise Süßigkeiten hat Koch Jon Lovitch das größte Lebkuchendorf der Welt gebaut. Bis Januar ist das Guinness-Weltrekord-Dorf in New York zu sehen, dann wird es verspeist.

Umfangreich, doch mit Liebe zum Detail: Die so genannte Gingerbread Lane des Kochs Jon Lovitch. dpa

Umfangreich, doch mit Liebe zum Detail: Die so genannte Gingerbread Lane des Kochs Jon Lovitch.

New YorkZwei Bahnhöfe, ein Karussell, eine Eislaufbahn, ein Hotel, eine Eierlikör-Brennerei und eine Feuerwehrstation – das Dorf von Jon Lovitch ist eigentlich wie viele andere auch, gäbe es da nicht einen entscheidenden Unterschied: Lovitchs Dorf ist essbar. Aus kiloweise Lebkuchen, vielen Litern Zuckerguss und ganzen Säcken voller Süßigkeiten hat der US-Koch in New York das größte essbare Lebkuchendorf der Welt gebaut.
Mehr als 1,5 Tonnen wiegt sein „Gingerbread Lane“ genanntes Zuckerparadies – so viel wie ein kleines Auto. Pünktlich zur Weihnachtszeit bestätigte das Guinness Buch offiziell Lovitchs Weltrekord.
Mehr als 160 mindestens 15 Zentimeter hohe Häuser hat der 37-Jährige auf einem Gestell aus Holz versammelt und in einem Wissenschaftsmuseum für Kinder im New Yorker Stadtteil Queens aufgebaut. „Das größte Haus ist das so genannte Plumpudding Hotel“, sagt Lovitch und zeigt auf ein mit roten und grünen Schokolinsen verziertes Lebkuchengebäude mitten im Dorf. „Da steht sogar ein Weihnachtsbaum drin – natürlich auch aus Lebkuchen. Hier vorne steht Jackie's Süßigkeitenladen, den habe ich nach meiner Frau benannt. Für sie habe ich auch ein Nilpferd auf das Karussell daneben gesetzt, weil sie so gerne Nilpferde mag. Und hier rechts steht der Uhrenturm. Es ist immer sieben Uhr im Lebkuchendorf, denn das ist meine liebste Tageszeit.“

Das Guinness-Buch der Rekorde

Der Ursprung

Als Sir Hugh Beaver im Mai 1951 in eine Diskussion um den schnellesten Wild-Vogel in Europa verwickelt wurde und feststellen musste, dass kein Buch darüber Auskunft geben konnte, reifte ein Plan: Ein Nachschlagewerk, das solche Fragen beantwortet, könnte in den Pubs von England ziemlich gut aufgenommen werden. Mit Hilfe der Zwillinge Norris und Ross McWhirter stellte der Manager der Guinness Brauerei bis 1955 die erste Ausgabe zusammen.

Das Geschäftsmodell

Heute ist Guinness World Records eine Firma mit Sitz in London, knapp 50 Mitarbeiter kümmern sich um neue Bestleistungen. Der Name ist zudem eine eingetragene Marke. In Los Angeles steht sogar das „Hollywood Guiness Museum“, in dem Exponate zu anerkannten Rekorden gezeigt werden.

Der Tag

Seit 2005 gibt es den „International Guinness World Records Day“, an dem weltweit Rekorde gebrochen werden sollen. Bereits 2006 nahmen geschätzte 100 000 Menschen in zehn Ländern teil, 2 244 neue Rekorde sorgten für einen Anstieg von 173 Prozent gegenüber dem vorigen Jahr.

Die eigenen Rekorde

Das Guinness-Buch ist mit 100 Millionen Exemplaren inzwischen das weltweit am häufigsten verkaufte, urheberrechtlich geschützte Werk und steht daher in sich selbst. Lediglich die Bibel und der Koran wurden häufiger verkauft. Zudem wurde kein anderes Buch der Welt so oft aus Bibliotheken gestohlen.

Die Rubriken

Rekorde können in sieben Rubriken aufgestellt werden: Natur, der menschliche Körper, Wissenschaft, Architektur und Technik, Menschliche Leistungen, Kunst und Unterhaltung, Gesellschaft und Poltik sowie in Sport und Spielen.


Angefangen hat Lovitch das Projekt, als die meisten anderen Menschen um ihn herum gerade überhaupt keinen Lebkuchen mehr sehen konnten: Kurz nach Weihnachten vergangenes Jahr. „Ende Dezember und im Januar habe ich das Design entwickelt und eine Karte gemacht. Anfang Februar habe ich dann mit dem Backen begonnen.“ Lovitch, der als Koch in einem New Yorker Hotel arbeitet, hat das ganze Zuckerwerk komplett selbst gebacken und verziert – und das in einer Küche, die nur etwa ein Viertel so groß ist wie das fertige Lebkuchendorf. „All den Extraplatz in meiner kleinen Wohnung im Stadtteil Bronx habe ich dann benutzt, um die fertigen Stücke aufzubewahren.“
Mitte November hat Lovitch die Stücke dann jeweils in kleinen Ladungen per Auto zu dem New Yorker Wissenschaftsmuseum transportiert und das Dorf dort zusammengebaut. „Es hat kein reales Dorf als Vorbild, es soll einfach etwas sein, wovon ein Kind träumen würde.“ Angefangen hat der Koch mit einigen Lebkuchen-Männern, etwa so groß wie Weinflaschen, auf der Rückseite des Dorfes nahe einer Wand. „Die stehen hier Wache. Die Rückseite hier wird ja gerne übersehen, aber ich wollte, dass die Besucher auch hier etwas entdecken können. In den Häusern daneben habe ich deswegen auch auf mehreren kleinen Schildern beschrieben, wie man Lebkuchen macht.“

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