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14.01.2010

08:14 Uhr

Weltweite Hilfsbereitschaft

Haiti rechnet mit bis zu 100 000 Toten

Noch immer sind die Ausmaße der Zerstörung unklar, die Zahl der Toten nur eine vage Schätzung. Doch so viel ist sicher: Es werden Tausende sein. Unterdessen laufen weltweit die Hilfsaktionen für Haiti an - US-Außenministerin Clinton verglich das Erdbeben mit dem asiatischen Tsunami vor fünf Jahren und sagte umfassende Unterstützung für das bettelarme Land zu.

HB PORT-AU-PRINCE. Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti nehmen am Donnerstag die ersten internationalen Hilfsteams ihre Arbeit im Katastrophengebiet auf. Noch immer ist das ganze Ausmaß der Schäden nicht absehbar. Haitianische Regierungsmitglieder befürchten bis zu 100 000 Todesopfer. Tausende Menschen werden noch unter den Trümmern in der weitgehend zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince vermutet. Die Weltbank sagte 100 Millionen Dollar Soforthilfe zu. Uno - Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich beeindruckt von der internationalen Hilfsbereitschaft. Erste Priorität müsse nun die Rettung Überlebender haben. Dabei zähle jede Stunde, so Ban.

US-Außenminister Hillary Clinton nannte das Erdbeben eine Katastrophe von "unvorstellbarem" Ausmaß und verglich es mit dem verheerenden Tsunami, der Weihnachten 2004 Asien heimgesucht hatte. Sie brach eine Auslandsreise ab, um die US-Hilfen von Washington aus zu koordinieren. Präsident Barack Obama hatte Haiti zuvor bereits jegliche nötige Hilfe zugesagt.

Uno-Generalsekretär Ban kündigte an, mit Clintons Ehemann, dem früheren US-Präsidenten und Uno-Sondergesandten für Haiti, Bill Clinton, ins Erdbebengebiet reisen zu wollen. "Wir werden auf jeden Fall die Hilfsarbeiten inspizieren, allerdings nicht gleich jetzt", sagte Ban in New York. Clintons Hilfe werde dringend benötigt: "Er hat als Gouverneur, als Präsident und auch bei der Flutkatastrophe in New Orleans bewiesen, wie er mit seiner Reputation Hilfe organisieren kann." Nach Angaben Bans kamen bei dem Beben mindestens 16 Uno - Mitarbeiter ums Leben. Berichte, wonach auch der Chef der Uno-Mission in Haiti unter den Toten sei, konnte er zunächst nicht bestätigen.

Unter den getöteten Uno-Mitarbeitern sind zehn Blauhelmsoldaten aus Brasilien, drei aus Jordanien und einer aus Haiti. 56 Mitarbeiter wurden verletzt, aber lebend aus den Trümmern geborgen. Weitere 150 Mitarbeiter der Vereinten Nationen werden noch vermisst.

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