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29.07.2014

14:09 Uhr

Wende im Schmiergeld-Verfahren

Ecclestone-Verteidiger beantragen Prozesseinstellung

Bernie Ecclestone soll einen BayernLB-Vorstand bestochen haben. Der Formel-1-Boss weist die Vorwürfe zurück. Nun könnte der Prozess früher enden als gedacht. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft ein Angebot.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (re.) und sein Anwalt Sven Thomas haben eine Ausgleichszahlung angeboten. dpa

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (re.) und sein Anwalt Sven Thomas haben eine Ausgleichszahlung angeboten.

MünchenÜberraschung im Prozess gegen Bernie Ecclestone vor dem Landgericht München: Die Verteidigung des 83-Jährigen hat die Einstellung des Verfahrens gegen den Formel-1-Boss beantragt – die Staatsanwaltschaft setzte sich daraufhin mit an den Verhandlungstisch. In der Mittagspause wurde über ein Ende des monatelangen Verhandlungsmarathons diskutiert.

Noch ohne Ergebnis: „Es ist mir berichtet worden, dass es nicht zu einer Einigung gekommen ist?“, sagte der Vorsitzende Richter Noll bei Fortsetzung des Prozesses am Nachmittag. „Das ist der jetzige Stand“, betonte der Verteidiger. Dennoch ist offenbar demnächst mit einem Abschluss zu rechnen, erklärte auch die Gerichtssprecherin, denkbar sei eine Einstellung gegen Auflagen.

Die Verteidigung von Ecclestone hatte angeboten, der BayernLB eine Ausgleichszahlungen in Höhe von rund 25 Millionen Euro zu zahlen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sich möglicherweise mit dem Angebot, das offenbar bis zum 8. August gilt, anfreunden zu können.

Ecclestone - Ein Kurzporträt

Der Funktionär

Kein anderer hat die Formel 1 so im Griff gehabt wie Bernie Ecclestone. Fast vier Jahrzehnte lang war der gerade mal 1,58 Meter große Brite derjenige, zu dem alle aufschauten.

Der Unternehmer

Ecclestone hat die Formel 1 zum Milliardengeschäft gemacht. Und er hat dabei selbst bestens mitverdient. Nachdem er schon im Kindesalter seinen Geschäftssinn entdeckt und gepflegt hatte, brachte es Ecclestone vom Gebrauchtwagenhändler zum Milliardär. Laut Forbes gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.

Seine Jugend

Bernie Ecclestone wurde am 28. Oktober 1930 in Ipswich in England geboren. Nach der Schule arbeitete er bei den Stadtwerken.

Seine Frauen

Ecclestone hat dreimal geheiratet. Von seiner ersten Frau Ivy bekam er die Tochter Deborah, die ihm seinen ersten Enkel schenkte. Mittlerweile ist er sogar Urgroßvater.

Später heiratete Ecclestone das kroatische Modell Slavica Radic. Sie war 28 Jahre jünger und 29 cm größer als Ecclestone.

2012 heiratete Ecclestone schließlich Fabiana Flosi.

Sein Aufstieg

Aufgewachsen ist er im südenglischen Bexleyheath. Ecclestone versuchte sich als Rennfahrer - der Erfolg blieb aus, also stieg er als Team-Mitbesitzer und Fahrerberater in die Formel 1 ein. 1977 kaufte er die Werberechte für die Königsklasse, ein Jahr später die Übertragungsrechte.

Seine Herrschaft

Ecclestones Herrschaft war keineswegs ohne Widerstände. Er leistete sich teilweise haarsträubende verbale Entgleisungen, köderte Teams mit Geld und Sonderbehandlungen und schaltete und waltete mehr oder weniger nach Belieben.

Sein Deal

Nach der Formel-1-Übernahme durch die Investmentgruppe CVC wurde Ecclestone als Geschäftsführer eingesetzt. Der Verkauf der Anteile der BayernLB an die CVC brachte ihm den Vorwurf der Bestechung ein. Das Landgericht München stellte das Verfahren jedoch gegen einen Auflage von 100 Millionen Dollar ein.

Die Anklage wirft Ecclestone vor, Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit aus dem Besitz der Landesbank vor acht Jahren 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt zu haben. Er habe damit Einfluss auf den Besitzer der Formel 1 nehmen und seinen Job an der Spitze sichern wollen.

Ecclestone hat das stets zurückgewiesen und erklärt, sich von Gribkowsky bedroht gefühlt zu haben. Ecclestone steht seit dem 24. April vor Gericht, Beobachter hatten ursprünglich bereits zu Beginn des Mammutverfahrens mit einer Einigung zwischen Anklage und Verteidigung gerechnet.

Kommentare (4)

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Herr Gerhard Kraus

29.07.2014, 14:58 Uhr

Wohin wurde wie viel gespendet??

Gott sei Dank hat er Kohle. Der normale Bürger würde für eine wesentlich geringere Sache ein paar Jahre sitzen!

Herr x y

29.07.2014, 15:17 Uhr

Verständlich, daß Mr. E sich in seinem Alter seine Ruhe erkaufen möchte. Mitnehmen kann er schließlich nichts und fürs Verjubeln ist es jetzt zu spät.

Herr Ferdinand Loeffler

29.07.2014, 16:02 Uhr

Dann möchte ich einmal wissen, für was Herr Gribkowsky veruteilt worden ist. Wenn es einen "Bestochenen" gab, muss es auch einen "Bestechenden" gegeben haben. Da hätte man vielleicht den "Ecclestone-Prozeß" zuerst machen müssen.

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