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31.10.2011

15:06 Uhr

Werbegesicht gefeuert

Gaddafi-Liebe wird „Alice“ zum Verhängnis

Der Telefon- und Internetanbieter „Alice“ muss sich ein neues Werbegesicht suchen. Mutterkonzern Telefonica hat Model Vanessa Hessler gefeuert - wegen umstrittener Aussagen zu ihrer Beziehung mit Gaddafi-Sohn Mutassim.

Nie mehr „Alice“: Telefonica setzt Vanessa Hessler vor die Tür. dpa

Nie mehr „Alice“: Telefonica setzt Vanessa Hessler vor die Tür.

MünchenWegen Schwärmereien für Gaddafi-Sohn Mutassim trennt sich der Telefon- und Internetanbieter Alice von seinem Werbegesicht Vanessa Hessler. „Sie hat sich nicht klar von ihren Aussagen distanziert, deswegen haben wir die Konsequenzen gezogen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Zuvor habe Alice in Kontakt mit Hesslers Management gestanden.

Die 23-Jährige hatte in einer italienischen Zeitschrift von ihrer vierjährigen, „leidenschaftlichen“ Liebesbeziehung zum Sohn Gaddafis berichtet und den Clan des libyschen Despoten als „normale Leute“ bezeichnet. Mutassim Gaddafi wurde Medienberichten zufolge wie sein Vater am 20. Oktober von libyschen Rebellen getötet.

Alice-Mutterkonzern Telefonica hatte geprüft, ob das 23-jährige Model weiter für „Alice“ werben darf. Hessler hatte der italienischen Zeitschrift „Diva e Donna“ (1. November) ihre lange Beziehung zu Mutassim Gaddafi offenbart.

„Das war eine leidenschaftliche Geschichte, wir sind vier Jahre lang zusammen gewesen“, sagte das italo-amerikanische Topmodel. Der Sohn des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi war am 20. Oktober in den Bürgerkriegswirren ums Leben gekommen. „In diesem Moment widert mich alles an, außer Libyen“, erzählte das blonde Fotomodell der Zeitschrift von ihren Gefühlen nach dem Tod des Gaddafi-Sohnes.

„Ich mag nicht daran denken, dass es wahr ist. Es ist alles sehr traurig“, fügte sie hinzu. Die Gaddafi-Familie sei auch nicht so gewesen, wie sie dargestellt werde, sie habe „normale Menschen“ getroffen. „Wir - Frankreich und Großbritannien - haben die Rebellen finanziert. Die Leute wissen nicht, was sie tun“, meinte Hessler zur Verteidigung des Gaddafi-Clans und ihres toten Ex-Liebhabers.

Telefonica hatte eine Distanzierung des Mannequins von diesen Aussagen erwartet, wie Unternehmenssprecher Albert Fetsch am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Es handele sich um Hesslers private Aussagen, die in keiner Weise der Position des Unternehmens entsprechen.

Hessler, die in diesen Tagen im italienischen RAI-Fernsehen als ein modernes Aschenputtel zu sehen sein wird, will ohnehin nicht mehr von ihren libyschen Erfahrungen sprechen, „es tut mir zu sehr weh“. Das libysche Volk sei ihr weder besonders arm noch sonderlich fanatisch vorgekommen. „Man muss nicht alles glauben, was so gesagt wird“, meinte sie. Libyens Schicksal liege ihr jedenfalls sehr am Herzen.

Kommentare (7)

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Plonkpirat

31.10.2011, 15:47 Uhr

Das geht ja gar nicht. Die Gadaffis als normale Familie zu bezeichnen. Wo die doch nichts anderes gemacht haben, als 40 Jahre lang die Leute totgeschlagen zu haben, dass sogar die Nato eingreifen musste, um weitere Gräueltaten der Familienmitglieder zu verhindern. Das muss man als 23-jährige aber schon überblicken können. Mich hat jedenfalls Alice und die Muttergesellschft Telefonica als Kunden verloren. Nie mehr „Alice“: Plonkpirat setzt Telefonica vor die Tür.

peter

31.10.2011, 16:01 Uhr

Schönheit ist eben meistens nicht ganz "helle" - das merkt man wieder bei so Frauen wie die Hessler, sonst hätte sie nicht so eine wirklich dumme & unhaltbare Äusserung wie die Gaddafis sind ne nette Familie von sich gelassen..

dfgh

31.10.2011, 16:47 Uhr

Ich bin dazu doch etwas anderer Meinung.. in der Tat muss und sollte man nicht alles glauben was in den Medien zum Thema Lybien erzählt wird. Wir werden uns alle noch wundern wie der arabische Frühling Islamische Kräfte an die Macht spült und die Probleme werden dann wesentlich vielfältiger sein als sie es jemals waren.
Außerdem können wir nicht überall auf der Welt und schon gar nicht im arabischen Kulturkreis unsere Maßstäbe von Demokratie und Gleichberechtigung als gegeben oder bessere Alternative annhemen.
Bezüglich Nato und Eingreifen frage ich mich im Übrigen warum ein verrückter Syrer seit einem halben Jahr sein Volk abschlachtet und keiner etwas tut.

Kann es eventuell sein dass unter dem Deckmantel der Menschlichkeit nur dort eingegriffen wird, wo es auch etwas zu holen gibt? Sei es nun Öl oder sonstiges?

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