Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2010

18:43 Uhr

Westerwelle

Deutsches Todesopfer in Haiti

Bei dem schweren Erdbeben in Haiti ist mindestens ein Deutscher ums Leben gekommen. Das gab Außernminister Guido Westerwelle bekannt. Außerdem stockt Deutschland die Erdbebenhilfe für das Land auf. Die katastrophalen Zustände vor Ort dauern an: Ein schweres Nachbeben versetzte Überlebende in der Hauptstadt Port-au-Prince in Angst und Schrecken.

Die traurigen Überbleibsel einer Kathedrale in Port-au-Prince. Quelle: dpa Quelle: dpa

Die traurigen Überbleibsel einer Kathedrale in Port-au-Prince. Quelle: dpa

BERLIN/PORT-AU-PRINCE/WASHINGTON. „Wir müssen davon ausgehen, dass ein erstes deutsches Opfer gefunden wurde“, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Samstag in Berlin. Das Mitgefühl gelte der Familie. „Wir trauern um unseren deutschen Staatsangehörigen“, sagte Westerwelle weiter. Die überwiegende Anzahl deutscher Staatsbürger in Haiti sei inzwischen ausfindig gemacht worden. Trotz aller Bemühungen würden jedoch noch immer etwa 30 Deutsche vermisst. „Die Botschaft bemüht sich fieberhaft um Aufklärung.“

Westerwelle kündigte an, die Bundesregierung werde ihre Soforthilfen für Haiti auf insgesamt 7,5 Millionen Euro aufstocken. Ein schweres Beben hatte den Karibikstaat am Dienstag erschüttert. Zehntausende Menschen kamen ums Leben.

Unterdessen versetzte ein heftiges Nachbeben die Überledenden der stark zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince in Panik. Menschen rannten aus den Häusern auf die Straßen und wagten sich erst nach geraumer Zeit wieder zurück, berichteten Augenzeugen. Viele der bei dem Erdbeben der Stärke 7,0 am Dienstag beschädigten Häuser sind akut einsturzgefährdet. Die US-Erdbebenwarte registrierte ein Beben der Stärke 4,5. Das Epizentrum habe sich in zehn Kilometern Tiefe etwa 25 Kilometer von Port-au-Prince entfernt befunden. Seit dem Beben am Dienstag hatten rund 30 Nachbeben die Einwohner des Karibikstaates immer wieder in neue Panik versetzt.

Frankreich zeigte sich derweil verärgert über die Art und Weise, wie die USA die Kontrolle über den Flughafen von Haiti übernommen haben. Am Freitag habe ein französisches Flugzeug mit einem Feldhospital und zehn Chirurgenteams keine Landeerlaubnis in Port-au-Prince bekommen, erklärte Entwicklungs-Staatssekretär Alain Joyandet dem französischen Auslandssender RFI am Samstag. Die Verhandlungen mit den Amerikanern hätten bis Einbruch der Nacht gedauert und das Flugzeug habe nach Santo Domingo umgeleitet werden müssen.

Es fehle an Urteilsfähigkeit, sagte Joyandet, der seit Freitag die französischen Hilfen in Port-au-Prince koordiniert. „Es ist nicht normal, dass ein Flugzeug mit einem Feldhospital an Bord nicht landen kann.“ Das Flugzeug hatte auf dem Rückweg 168 Menschen nach Guadeloupe ausfliegen sollen. Die Menschen mussten auf dem Flughafen übernachten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Jan Hartmann

16.01.2010, 21:02 Uhr

Hallo,

ich kann persönlich nur hoffen, dass vor allem die deutschen Staatshilfen sehr schnell bei diesen armen Menschen ankommt. Es tut schon verdammt weh wenn man diese schrecklichen bilder täglich in den Nachrichten sieht. Jeder einzelne von uns und damit meine ich gerade uns Deutsche sollten bei solchen bilder mal wirklich in uns gehen und uns fragen, ob es uns denn wirklich so schlecht geht wie die meisten von uns immer tun.

LG

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×