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29.01.2010

10:36 Uhr

Wetterchaos

Deutschland rutscht – viele Unfälle auf eisglatten Straßen

Der Winter geht weiter: Heute ziehen von Westen her dicke Wolken über Deutschland hinweg. Mal gibt es Schnee, mal Regen, doch fast immer trifft der Niederschlag auf gefrorenen Boden – eine verhängnisvolle Kombination. Bereits in der Nacht wurden Autobahnen gesperrt unf Flüge gestrichen, mehrere Menschen starben bei Unfällen.

In Deutschland herrscht teilweise Wetterchaos. dpa

In Deutschland herrscht teilweise Wetterchaos.

HB HAMBURG. Eisglatte Straßen machen das Fahren in weiten Teilen Deutschlands zur Rutschpartie. Bei Unfällen an zwei Bahnübergängen in Bayern sind am Freitag Autos von Zügen erfasst worden. In Pocking wurde ein junger Autofahrer in einen Nahverkehrszug geschleudert. Der 18-Jährige, der leicht verletzt wurde, war nach eigenen Angaben mit seinem Auto wegen Schneeglätte nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gekommen. Er krachte in den zweiten Wagen des Zuges. Die Bahnstrecke musste stundenlang gesperrt werden. Die sechs Fahrgäste im Zug blieben nach Angaben der Polizei unverletzt.

Glück im Unglück hatte ein Autofahrer aus Ochsenfurt, der auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen kam und mit seinem Auto auf den Schienen eines Bahnübergangs liegenblieb. Dem 21-Jährigen gelang es nach Polizeiangaben nicht, sein Fahrzeug wegzuschieben. Andere Autofahrer brachten den sichtlich unter Schock stehenden Mann in Sicherheit - gerade noch rechtzeitig, bevor ein Güterzug den Wagen erfasste und 600 Meter weit mitschleifte. Dabei verkeilte sich das Auto unter der Lok; es musste von der Feuerwehr herausgeschnitten werden. Der 21-Jährige wurde mit einem schweren Schock in Krankenhaus gebracht.

Bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Bus kam am Freitagmorgen ein 18 Jahre alter Autofahrer bei Dietges in der Rhön ums Leben. Auf einem geraden Steigungsstück kam der Fahranfänger auf schneeglatter Straße ins Schleudern und prallte auf einen entgegenkommenden Gelenkbus der Fuldaer Busgesellschaft. Der Wagen des jungen Mannes wurde nach dem Zusammenprall etwa 50 Meter vor dem Bus hergeschoben. Dabei wurde der Mann in dem Fahrzeugwrack eingeklemmt und so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort starb.

Wegen extremer Glätte sperrte die Polizei am Freitag die Bundesstraße 51 zwischen Georgsmarienhütte und Bad Iburg bei Osnabrück. Zahlreiche Lastwagen und Autos hatten sich quergestellt. Die Fähre nach Hiddensee fuhr sich im Eis fest. Die Fähre, derzeit die einzige Verkehrsader zur Insel, konnte sich aus eigener Kraft zurück in den Hafen Schaprode (Rügen) arbeiten. Ein Taucher soll im Laufe des Tages die Propeller untersuchen. Bereits am Donnerstag hatte die Fähre „Vitte“ ihren Verkehr zeitweise eingestellt.

Unterdessen verzeichnet die Polizei erste Streusalz-Diebstähle. Wie die Polizei Steinfurt mitteilte, bediente sich ein 58-Jähriger in Rheine im Münsterland an einem städtischen Salzcontainer. Als der Mann seinen vollen Eimer in sein Auto stellte, entdeckten ihn zwei Polizisten. Die Beamte in Zivil konnten den reumütigen Dieb dazu bewegen, das Streusalz in den Container zurück zu kippen. Das Rechtsamt in Rheine verzichtete auf eine Strafanzeige.

Auch in der Schweiz herrscht Salzmangel. Die Schweizer Rheinsalinen können zurzeit die große Nachfrage nicht erfüllen, obwohl sie täglich 2200 Tonnen Auftausalz produzieren, berichteten Schweizer Medien. Deshalb erhalten im Kanton Schwyz Gemeinden und Bezirke kein Salz mehr. Es wird hauptsächlich auf den Nationalstraßen verstreut. Auch Zürich beklagt einen Engpass.

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