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12.01.2006

12:40 Uhr

Wiederaufbau-Plan

New Orleans soll nur noch halb so groß werden

Mehr als vier Monate nach der Zerstörung der US-Metropole New Orleans sind die Menschen dort bereit für den kompletten Wiederaufbau der Stadt, doch die Behörden haben andere Pläne. Sie haben einen kontroversen Wiederaufbau-Plan vorgelegt.

Ray Nagin, Bürgermeister von New Orleans. Foto: AP

Ray Nagin, Bürgermeister von New Orleans. Foto: AP

HB NEW ORLEANS. Demnach soll der Ort in den kommenden zwei Jahren deutlich verkleinert werden. Die Stadtplaner der von Bürgermeister Ray Nagin eingerichteten Wiederaufbaukommission gehen davon aus, dass von den ehemals rund 500 000 Einwohnern nur noch knapp die Hälfte zurückkehren wird.

Die von Bürgermeister Ray Nagin eingesetzte Kommission schlug vor, in den nach Durchzug des Wirbelsturms am stärksten überschwemmten Stadtteilen vorerst keine Neubauten zu genehmigen. Die Menschen müssten innerhalb von vier Monaten nachweisen, dass sie ihre Häuser wieder aufbauen. Das vorgeschlagene Moratorium soll verhindern, dass in diesen weitgehend zerstörten Vierteln isolierte Neubauten entstehen.

Wollen in eine Nachbarschaft zu wenige Bewohner zurückkehren, kann die Stadt die Grundstückseigentümer entschädigen und auf dem Gebiet beispielsweise einen Park anlegen. Viele Menschen protestierten lautstark, als der Plan am Mittwoch präsentiert wurde. Sie fürchten Zwangsenteignungen.

Der auf insgesamt knapp 18 Milliarden Dollar angelegte Plan sieht auch vor, dass sich Anwohner und Experten in gemeinsamen Planungsteams zusammensetzen, um über die Zukunft der einzelnen Stadtviertel zu beraten. Als Richtlinie sollte gelten, dass ein Viertel dann als entwicklungsfähig eingestuft wird, wenn etwa die Hälfte der früheren Bewohner zurückkehrt.

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