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20.01.2005

15:56 Uhr

Wiener Büro Coop Himmelb(l)au soll mit dem Bau betraut werden

EZB rechnet für Neubau mit 500 Millionen Euro

Die reinen Baukosten für ihren neuen Hauptsitz sollen nach dem Willen der Zentralbank dabei 500 Millionen Euro nicht überschreiten.

HB FRANKFURT. Ein Symbol für das vereinte Europa und seine gemeinsame Währung, den Euro, soll der geplante Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt werden. Die reinen Baukosten für ihren neuen Hauptsitz sollen nach dem Willen der Zentralbank dabei 500 Millionen Euro nicht überschreiten.

Der EZB-Rat hatte in der vergangenen Woche entschieden, das schon im Architektenwettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnete Wiener Büro Coop Himmelb(l)au mit dem Neubau zu beauftragen. Der Entwurf erfülle am besten die Anforderungen der EZB und spiegele als ein einzigartiges Wahrzeichen ihre Werte wie Einheit und Transparenz wider, sagte EZB-Vizepräsident Lucas Papademos bei einer Präsentation des Modells am Donnerstag in Frankfurt. Der Neubau soll im kommenden Jahr beginnen, das neue Zuhause der EZB voraussichtlich 2010 - und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant - bezogen werden.

Als nächstes müssten die Architekten ihren Entwurf verbessern mit dem Ziel, die reinen Baukosten deutlich auf 500 Millionen Euro zu reduzieren, sagte Papademos. Hinzuzurechnen seien noch Kosten für Planung und Infrastruktur, die noch nicht genau beziffert werden könnten. Für das historische Gebäude der ehemaligen Großmarkthalle und das Grundstück im Frankfurter Osten hat die EZB bereits 60 Millionen Euro bezahlt. Vier Millionen Euro fielen für Infrastrukturarbeiten der Stadt an. Die Gemüse- und Lebensmittelgroßhändler zogen bereits im vergangenen Jahr um, das Gelände wird derzeit saniert. Die Zentralbank könne die Kosten, die über einen längeren Zeitraum anfielen, aus ihrem eigenen Vermögen bestreiten.

„Wir wollen die Schönheit, aber wir wollen auch die optimalen Kosten“, sagte auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Die beiden 184 Meter hohen, ineinander gewundenen Hochhaustürme sollten ein Wahrzeichen für die EZB, für Frankfurt und die gesamte Währungsunion mit ihren derzeit zwölf Ländern werden. Das Gebäude müsse Platz für 1500 bis 1800 feste Mitarbeiter bieten sowie weitere Arbeitsplätze für zeitweise beschäftigte Externe. Damit sieht die EZB, die derzeit 1300 Angestellte hat, bis zum Umzugsjahr 2010 einen deutlichen Personalzuwachs vor. Hauptgrund ist die schrittweise Erweiterung der Währungsunion um die zehn neuen EU-Länder Ost- und Mitteleuropas.

In der nächsten Planungsphase, für die das gesamte Jahr 2005 vorgesehen ist, sind noch viele Details zu klären. So etwa das Ausmaß, in dem der Charakter der denkmalgeschützten Großmarkthalle erhalten bleibt. Nach dem letzten Entwurf müssen die Backsteinmauern des markanten lang gestreckten Tonnengewölbe-Baus zu großen Teilen Glasfassaden weichen. Die EZB will zudem viel Sorgfalt darauf verwenden, an die dunkle Geschichte des Gebäudes zu erinnern - im Zweiten Weltkrieg startete von dort die Deportation Frankfurter Juden in Vernichtungslager. Trichet berichtete von einem engen Austausch darüber mit der jüdischen Gemeinde und kündigte einen Gestaltungswettbewerb für ein Mahnmal zum Ende dieses Jahres an.

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