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22.10.2015

08:59 Uhr

Wikileaks im Comic

Neuer „Asterix“ macht Assange unsterblich

Der neue „Asterix“-Band „Der Papyrus des Cäsar“ begeistert Comic-Fans. Gut gezeichnet und saukomisch kommt er daher – und politisch. Vorbild für den Enthüller Polemix war ausgerechnet Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Im 36. Band „Der Papyrus des Cäsar“ ist Julian Assange als hellblonder Enthüller Polemix zu Gast. dpa

Der neue „Asterix“ ist da

Im 36. Band „Der Papyrus des Cäsar“ ist Julian Assange als hellblonder Enthüller Polemix zu Gast.

BerlinFür alle Fans die wichtigste Nachricht zuerst: Die Comicserie „Asterix“ wird immer besser. Der neue Band, der an diesem Donnerstag erscheint, kommt schon recht nahe an die Geniestreiche heran, die die Reihe zu ihren besten Zeiten vor dem Tod von Texter René Goscinny im Jahr 1977 erreichte. „Der Papyrus des Cäsar“ ist gut gezeichnet, saukomisch und aus einem Guss. Aktuell, aber zeitlos.

Gaststar als Alter Ego ist Julian Assange als hellblonder Enthüller Polemix. Der Comic hat sich in einer großen Metapher das Internet vorgeknöpft und geht so weit, dass klatschende Geräusche nicht nur „Paff“ und „Piff“ und „Pock“ heißen, sondern auch „Wlan“.

Drahtlose Netzwerke sind es dann auch, die in diesem 36. Abenteuer des tapferen Galliers immer wieder die Handlung vorantreiben: Die Römer haben im Jahr 50 vor Christi die Brieftaube als Kommunikationsmittel entdeckt.

Fakten zu „Asterix und Obelix“

Der erste Comic

Der erste Teil erscheint am 29. Oktober 1959 im Magazin „Pilote“. Bald darauf wird der Comic zur Kultserie.

„Asterix der Gallier“

„Astérix le Gaulois“ („Asterix der Gallier“) heißt das erste Album. Es erscheint 1961 mit einer Auflage von 6.000 Exemplaren.

Asterix übersetzt auf Friesisch

35 Alben sind bis heute erschienen, übersetzt in 110 Sprachen und Dialekte - darunter Friesisch und Pfälzisch.

Weltweite Auflage

Die weltweite Auflage liegt bei rund 350 Millionen, davon fast ein Drittel im deutschen Sprachraum. Aneinandergereiht würden die Hefte zweimal um die Erde reichen.

Spielfilme

Asterix und Obelix lieferten den Stoff für 8 Zeichentrick- und 4 Spielfilme.

70 Millionen Zuschauer

Die Filme wurden in 50 Sprachen übersetzt und zogen 70 Millionen Zuschauer an.

Le parc Astérix

Nördlich von Paris wurde den liebenswerten Galliern 1989 sogar ein Vergnügungspark gewidmet: le parc Astérix.

Mit den Botschaften an den Beinen der flinken Vögel geschieht freilich dasselbe, was mit E-Mails in heutigen Zeiten auch passiert: Sie werden kopiert, entschlüsselt, manipuliert, zurückverfolgt, teilweise abgefangen. Dreh und Angelpunkt des Nachrichtenverkehrs ist Polemix.

Der Enthüller – sein antiker Beruf heißt Kolporteur – ist in Rom auf eine brisante Story gestoßen: „Wenn das bekannt wird, verursacht das einen Skandal, der das gesamte Reich erschüttert.“

Was ist passiert? Cäsar hat auf den Rat seines Spindoktors und Verlegers Rufus Syndicus seine Memoiren „Vom Gallischen Krieg“ zensieren lassen. Alle unangenehmen Schilderungen der Begegnungen mit Asterix und Obelix sollen verschwinden.

„So glaubt der Senat, dass Du ganz Gallien erobert hast und bewilligt Dir gerne Geld für weitere Feldzüge“, drängt der Berater den Imperator. Cäsar willigt ein und lässt das Werk beschönigen. Doch der Numide Bigdatha, ein tapferer Mann aus der Schreibwerkstatt, schmuggelt die Cäsar-Leaks heraus.

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