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21.01.2005

12:35 Uhr

Windböen von mehr als 115 Kilometer in der Stunde

Sturm über Deutschland

In der Nacht zum Freitag ist mit Orkanböen und kräftigen Regenschauern ein schweres Unwetter über Deutschland hinweggefegt. Bäume wurden entwurzelt, Straßen und Keller überschwemmt, teils kam es zu Stromausfällen. In Köln wurden bei einem Autounfall fünf Menschen, darunter drei Kinder, schwer verletzt.

HB HAMBURG. Der Fahrer hatte wegen Aquaplanings die Kontrolle über den Wagen verloren. In Schweinfurt (Bayern) wurde eine Frau von einem umstürzenden Baum in ihrem Auto eingeklemmt und verletzt. Für dieses Wochenende kündigten die Meteorologen den ersten Wintereinbruch des neuen Jahres mit Schneefall auch in tieferen Lagen und sinkenden Temperaturen an. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden am Freitagmorgen in den Alpen gemessen. Auf dem Wendelstein blies der Sturm mit 194 Kilometern in der Stunde.

An der Nordseeküste in Niedersachsen erreichte der Wind in Böen Geschwindigkeiten von mehr als 115 Kilometern in der Stunde, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. Auf der Autobahn 7 südlich von Hamburg ereigneten sich nach einem Hagelschauer vier Unfälle. Ein Polizeiwagen verunglückte auf dem Weg zu einem der Unfälle; der 26 Jahre alte Fahrer blieb unverletzt. In Nordrhein-Westfalen sorgte Tief „Ingo“ landesweit für Verspätungen bei der Bahn. Die Ruhr-Sieg-Strecke wurde für mehrere Stunden gesperrt. „Das ist noch schlimmer als Schnee“, sagte ein Sprecher der Bahn AG. „Der starke Regen weicht den Boden auf und nimmt den Bäumen den Halt. Der Wind tut dann sein Übriges.“ Heftige Sturmböen fegten auch über Baden-Württemberg, Rheinland- Pfalz, Hessen und Thüringen. Am Bodensee und im Schwarzwald stürzten Bäume um und flogen Äste durch die Luft. In Freudenstadt (Baden- Württemberg) wurden in 24 Stunden 81 Liter Regenwasser pro Quadratmeter registriert.

Bei Trier in Rheinland-Pfalz fielen mehrere 150 Kilogramm schwere Stahlrohre von einem Lastwagen auf die A 602 und behinderten stundenlang den Verkehr. Der Lastwagen war nach Polizeiangaben wegen starker Windböen ins Schlingern geraten. Verletzt wurde niemand. In Hessen traten Lahn und Dill über die Ufer. In einigen Landkreisen mussten überschwemmte Straßen gesperrt werden. Die Meteorologen warnten am Morgen vor neuen Sturmböen. In Thüringen trat die Werra über die Ufer und überflutete Wiesen und Straßen. Die Landesanstalt für Umwelt rief die mittlere Alarmstufe zwei für den Ort Ebenhards an der Werra im Süden des Freistaats aus. In Bayern kam es zu Stromausfällen wegen umgestürzter Bäume, vereinzelt wurden Straßen blockiert. Nach der Sturmnacht setzten starke Schneefälle ein und führten zu Verkehrsbehinderungen.

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