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23.01.2004

14:13 Uhr

Winter in Südeuropa

15 Vermisste nach Schiffsuntergang im Mittelmeer

Das Winterwetter in Teilen Südeuropas hat zu einem schweren Schiffsunglück geführt. 17 Besatzungsmitglieder eines gesunkenen Frachters werden vermisst. An Land lösten heftigen Stürme und massiver Schneefall chaotische Verhältnisse aus.

HB ATHEN/ISTAMBUL. Bei Windstärke zehn ist in der Nacht zum Freitag westlich der griechischen Mittelmeerinsel Kreta ein Frachter gesunken. 15 der 17 Besatzungsmitglieder werden noch vermisst. Die türkische Stadt Istanbul versank im Schnee. Besonders im europäischen Teil der Zehn-Millionen-Metropole waren am Freitag zahlreiche Stadtteile ohne Wasser und Strom. Klirrende Kälte und Schnee gab es auch in Italien, Bulgarien, Rumänien und Israel.

Die Besatzung des unter der Flagge der Komoren-Inseln fahrenden Frachters „Kephi“ - 16 Ägypter und ein Grieche - hatte vor dem Untergang des Schiffes noch einen Notruf gesendet, der in Griechenland und Malta empfangen wurde. Wegen des Sturms wurden am zweiten Tag in Folge alle Fährverbindungen in der Ägäis abgesagt. Schwere Schäden gab es auf mehreren Ägäis-Inseln. Auf Chios wurde der Notstand ausgerufen.

In Istanbul verursachten starke Schneefälle ein Verkehrschaos und in manchen Stadtteilen Probleme mit der Wasser- und Stromversorgung. Tausende von Autofahrern waren in der Nacht auf schnee- und eisglatten Straßen stecken geblieben. In der Osttürkei erfror ein Schüler auf dem Heimweg von der Schule, in der Nordwesttürkei bei Canakkale kam ein Jäger durch die Kälte ums Leben. Zahlreiche Überlandstraßen waren infolge der Schneefälle unbefahrbar. Auf dem Flughafen von Istanbul wurde der Flugverkehr zeitweise eingestellt.

Auch in der italienischen Hauptstadt Rom schneite es, und in Venedig „überzuckerte“ der Schnee die Dächer der Altstadt. Schwere Schneestürme behinderten außerdem in Rumänien, Bulgarien und Tschechien erheblich den Verkehr. In Bulgarien und Rumänien blieben viele Ortschaften ohne Strom. Und in Israel wurde auf den Golanhöhen das Skigebiet des Berges Hermon wegen der Schneestürme für das Wochenende gesperrt.

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